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Berufungsverhandlung vor dem Landgericht

Patientinnen begrapscht? Arzt will Haft verhindern

Herford/Bad Oeynh...

Ein Arzt einer Reha-Klinik steht am Dienstag in einer Berufungsverhandlung wegen des Vorwurfs sexueller Übergriffe auf zwei Patientinnen (28/46) vor dem Landgericht Bielefeld.

wn

Der Mann aus Bad Oeynhausen steht am Dienstag in der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Bielefeld. Foto: Inderlied

Im Juni hatte das Herforder Schöffengericht den damals 66-Jährigen aus Bad Oeynhausen zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Dagegen geht er nun in der nächsthöheren Instanz vor. „Sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses“ – so lautet der Vorwurf.

Der Prozess fand damals in Herford statt, weil das Gericht – anders als das Amtsgericht Bad Oeynhausen – über ein hierfür notwendiges Schöffengericht verfügt, das eine entsprechend hohe Haftstrafe verhängen kann.

Der Arzt wurde verurteilt, weil er 2017 und 2018 in drei Fällen Patientinnen in der Reha-Klinik Porta Westfalica unsittlich im Schambereich berührt hatte, unter anderem unter dem Vorwand einer Massage. Die betroffenen Frauen traten im Prozess als Nebenklägerinnen auf. Der Angeklagte schwieg zu den Vorwürfen, die Verteidigung erklärte lediglich, dass die Massagen medizinisch notwendig gewesen seien.

Nach dem Herforder Urteil hatte die Bezirksregierung dem Arzt mitgeteilt, dassseine Approbation entzogen werde. Per Eilantrag wollte er sie zurückerlangen. Damit scheiterte er zunächst vor dem Verwaltungsgericht Minden. Das sprach von einem „außerordentlich schwerwiegenden Fehlverhalten“ des Mannes.

Auch die Staatsanwaltschaft war nach dem Herforder Urteil in Berufung gegangen. Sie wollte bereits mit Richterspruch des Amtsgerichts ein Berufsverbot verhängt sehen.

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