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Immobilienkonzept für alle Gemeinden

Paulus-Kirche Herford: Wie geht es weiter?

Herford (WB)

Seit sechs Jahren gibt es Renovierungspläne für die St.-Paulus-Kirche in Herford. Seit drei Jahren steht das Gotteshaus, das zum Pastoralverbund Wittekindsland gehört, unter Denkmalschutz. Seither gibt es immer wieder Anfragen von Gemeindemitgliedern, warum es mit der Renovierung nicht vorangeht.

Ralf Meistes

Die Paulus-Kirche in der Kiebitzstraße ist sanierungsbedürftig. Seit 2018 steht das Gotteshaus unter Denkmalschutz. Das Gebäude stammt vom Architekten Joachim G. Hanke. Foto: Ralf Meistes

„Das Erzbistum Paderborn findet sich aktuell in einem Prozess, in dem die Entwicklung eines Immobilienkonzeptes für alle Kirchengemeinden/Pastoralen Räume angestoßen und begleitet werden soll“, erklärt Thomas Throenle, Pressesprecher beim Erzbistum Paderborn. Das bedeute, dass jeder Pastorale Raum ein eigenes Immobilienkonzept vor Ort erarbeite.

Allerdings müsse sich das Immobilienkonzept an den Rahmendaten des Erzbistums orientieren. „Und die haben wir noch nicht“, sagt Gerald Haringhaus, Leiter des Pastoralen Raums Wittekindsland.

Dass die 1961 errichtete St.-Paulus-Kirche in der Kiebitzstraße renovierungsbedürftig ist, steht außer Frage. Die Sanierung des Turms oder ein Innenanstrich seien allerdings „nicht dringlich“, wie das Erzbistum mitteilt. „Es besteht keinerlei Gefährdung für die Gottesdienstbesucher oder Menschen, sie sich an der Paulus-Kirche aufhalten“, schreibt Thomas Throenle.

Im Pastoralverbund Wittekindsland wurde zugleich festgestellt, dass der dauerhafte laufende Unterhalt aller vorhandenen kirchlichen Gebäude die Gemeinden überfordern würde. Mit anderen Worten, nicht für alle Kirchen wird es in Zukunft Geld geben, um diese zu erhalten. Dies hängt mit der zurückgehenden Zahl von Gläubigen und den finanziellen Mitteln der Pfarreien zusammen. „Insofern muss vor Ort geprüft werden, welche kirchlichen Gebäude pastoral weiter notwendig sind“, erklärt Throenle.

Vielleicht war das auch eine Motivation von Mitgliedern der katholischen Gemeinde, die seit 2016 versucht haben, die Kirche unter Denkmalschutz zu stellen und mit diesem Unterfangen 2018 schließlich Erfolg hatten. Der Rat hat die Kirche in der Kiebitzstraße mit Beschluss vom 28. Juni 2018 in die Denkmalliste eintragen lassen.

Das LWL-Denkmalamt sieht in der Kirche ein „gebautes Zeugnis der Folge des Zweiten Weltkriegs“. Das Gebäude stammt vom Architekten Joachim G. Hanke. Besondere Erwähnung finden die Glasmalereien von Hubert Spierling. Der Kirchenvorstand ist seinerzeit vom Antrag zur Eintragung in die Denkmalliste überrascht worden.

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