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Adventskonzert der Musikschule Herford lässt die Zuhörer träumen

Perfekter Hefeteig

Herford (WB). In den Fenstern der Christuskirche flackern unzählige Teelichte, die Holzbänke im dunklen Kirchenschiff sind voll besetzt. »Advent ist die Zeit der Erwartung«, sagt Pfarrer Tim Henselmeyer. In diesem Fall auf ein festliches, stimmungsvolles Adventskonzert der Musikschule Herford.

Peter Monke

»Vom Himmel hoch, o Englein kommt« singt das achtstimmige »Chörchen« der Musikschule Herford. Foto: Peter Monke

Und die Besucher sollen nicht enttäuscht werden. Was Schüler und Lehrende am späten Samstagnachmittag in gut anderthalb Stunden aufführten, war der perfekte Ausklang des ersten Advent – besinnlich, berührend, mitunter gar meditativ. Manch ein Zuhörer schloss während des Konzerts minutenlang die Augen, um voll und ganz in der Musik abzutauchen.

Den Anfang machten »Chörchen« und Vokalensensemble. Ihr »Ehre sei Gott in der Höhe« war so zart, dass es kaum jemand wagte zu husten oder sich zu räuspern. Erst als auch der letzte Ton im hintersten Winkel der Kirche verklungen war, gab es den verdienten Applaus. Kurz darauf gab es für das »Chörchen« Verstärkung durch Marleen Albsmeier, Lilli Horstbrink und Lehrerin Bettina Lupp an der Harfe.

»Tanz der Rohrflöten«

Das wohl schwierigste Solo des Nachmittags bot Diana Vogel an der Altblockflöte. Unterstützt vom Orchester unter der Leitung von Siegfried Westphal meisterte sie das anspruchsvolle »Concerto F-Dur« von Georg Friedrich Händel. Federleicht, ja geradezu tänzelnd ging es mit dem Querflötenensemble unter der Leitung von Stephan Buhe weiter. Beim »Tanz der Rohrflöten« meinte man fast, den Wind durch das Kirchenschiff pfeifen zu hören. Applaus für Susanne Frensch, Alexandra Schneider und Christian Müller an der Querflöte, Angelika Kapeller an der Altquerflöte und Stephan Buhe an Piccolo- und Bassflöte.

Nachdem Vokalensemble und Orchester weitere Kostproben ihres Könnens geliefert hatten, durfte das Gitarrenensemble unter der Leitung von Stephan Prüßner ran. Filigran und mit viel Gespür für das exakte Tempo spielten die Musiker unter anderem Stücke aus der Oper »Carmen« von Georges Bizet. Der Chor »Die Unerhörten« bewies anschließend unter der Leitung von Edda Sußdorf, dass man Werke von Händel und Bach mit einem schlichten »Dubadu« ansprechend singen kann.

Weihnachtskonzert am 16. Dezember

Mit dem Stück »Heiligste Nacht« schickten alle drei Chöre und das Orchester die Besucher schließlich gemeinsam nach Hause. Ein imposanter Abschluss, der die einleitenden Worte von Musikschulleiter Thomas Steingrube eindrucksvoll unterstrich. Der hatte an Worte des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau erinnert: »Kultur ist nicht die Sahne auf dem Kuchen, sondern die Hefe im Teig. Wer sie vergisst bekommt Steine statt Brot.«

Wer das Adventskonzert der Musikschule verpasst hat, bekommt noch eine zweite Chance. Am 16. Dezember steht das Weihnachtskonzert auf dem Programm. Es beginnt um 18 Uhr in der Christuskirche an der Glatzer Straße.

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