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Erkrankungen bringen Krankenhaus vereinzelt an Kapazitätsgrenze

Personal-Engpass: Klinikum Herford sagt Behandlungen nicht per se ab

Herford

Krankheiten machen auch vor denen nicht Halt, die sie eigentlich behandeln sollen. Im Klinikum Herford muss man deshalb jeden Tag aufs neue flexibel reagieren. Immer wieder stößt man dort an Kapazitätsgrenzen. Die Folge: Termine müssen verschoben werden.

In der Kinderklinik Herford treten zurzeit unter anderem Fälle des RS-Virus auf. Eine Häufung von Krankheitsfällen gibt es aber auch beim Personal. Das führt teilweise zur Termin-Verschiebung bei Behandlungen. Foto: Marijan Murat/dpa

Die Mühlenkreiskliniken (MKK) sind am 9. Januar offensiv mit dem Thema Personalnotstand umgegangen. In einer Presseerklärung hieß es, planbare Behandlungen werden in der Kinderklinik abgesagt. Anders sei die „medizinisch dringliche Behandlung von Kindern und Jugendlichen auf qualitativ hohem Niveau“ nicht sicherzustellen. 

Besonders beschäftigt die Mitarbeiter in der Kinderklinik das RS-Virus, aber auch die Grippe und andere Infektionskrankheiten müssen behandelt werden. 

Auch in der Kinder- und Jugendklinik am Klinikum Herford ist man mit Viruserkrankungen wie RSV und Influenza konfrontiert, wie Pressesprecherin Annika Vinzelberg auf Nachfrage mitteilt. „Auch gastroenterologische Infektionen treten vermehrt auf.“ Doch mehr Personal gibt es deswegen nicht.

Im Gegenteil: „Ähnlich der Situation in den Mühlenkreiskliniken und vielen weiteren Kliniken im Bundesgebiet bringen fehlendes Personal, insbesondere durch Erkrankungen und die hohe Zahl an Infektionskrankheiten, auch das Klinikum Herford vereinzelt an seine Kapazitätsgrenze.“

Lage täglich neu bewerten

Eine pauschale Absage von planbaren Behandlungen wie bei der MKK kündigt Vinzelberg aber nicht an. Der Belegungsplan und der Personaleinsatz werde täglich neu angepasst und überdacht, „damit eine optimale stationäre und ambulante Versorgung der Patientinnen und Patienten in der Kinderklinik vollumfänglich geleistet werden kann“. 

Für die Patienten, die behandelt werden sollen, kann das aber zu längeren Wartezeiten führen, räumt Vinzelberg ein. Auch ist nicht garantiert, dass tatsächlich jede Behandlung zum geplanten Termin stattfindet. Betroffen seien beispielsweise Magenspiegelungen. Auf diese Weise sollen Kapazitäten für die Notfälle geschaffen werden. Doch über jeden Fall werde individuell entschieden. 

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