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Laienspielschar Falkendiek präsentiert Gaunerhaftes im Hofrestaurant von Laer

»Plattdeutsch liegt uns am Herzen«

Herford (WB). Eigentlich möchte Künstler Konrad Griesebek (Ralf Bünger) einfach nur in seinem Atelier inmitten eines beschaulichen Klosters malen. Doch da hat er nicht mit seinem Neffen Gernot Gauner (René Niemann) gerechnet.

Annika Tismer

Franziska Knickbein (Charleen Barth), Oberin Amalie (Katja Heyde), Anette Gerster (Beate Niemeier) und Hermine von Falkendiek (Petra Bünger) decken die Machereien von Gernot Gauner auf. In einem Ordner finden sie wichtige Beweise. Foto: Annika Tismer

»Atelier Gauner & Co.KG«

Denn der bietet im aktuellen Theaterstück der Laienspielschar Falkendiek zwar nur allzu gerne seine Hilfe an, hat eigentlich aber etwas ganz anderes im Sinn. Im Stück »Atelier Gauner & Co. KG« will er vielmehr Profit aus den Werken des Onkels schlagen und lässt sich dafür manche Gemeinheit einfallen.

Während er großzügig anbietet, seinem Cousin Justus Meier (Sebastian Quest) bei der Renovierung des Ateliers zu helfen, sorgt er vielmehr für weitere Schäden. So mischt er zum Beispiel Tapetenentferner unter den Kleister, den Justus verwenden möchte, um das Atelier neu zu tapezieren.

Vor allem aber versucht Gernot Kunstobjekte zu verkaufen, die es gar nicht gibt oder aber die ihm nicht gehören. So auch ein Porträt von Hermine von Falkendiek (Petra Bünger) oder den berühmten weißen Engel aus dem Kloster. Um an diesen zu gelangen, lässt er sich sogar auf eine Affäre mit Franziska Knickbein (Charleen Barth) ein, die eigentlich Nonne werden möchte, aber auch gerne mal einen Schnaps oder ein Bier trinkt.

Betrugsmasche fliegt auf

Doch als wären seine Betrugsmaschen zum Heranschaffen von Geld nicht schon genug, versucht er auch noch Anette Gerster (Beate Niemeier) um den Finger zu wickeln, obwohl sein eigener Cousin Justus schon lange in sie verliebt ist.

Premierenabend im Hofrestaurant von Laer

Am Ende ist es ausgerechnet Anette, die seine Machenschaften aufdeckt und dem Ganzen so mit Hilfe der anderen Betroffenen ein Ende setzt. Mit viel Witz und gekonnten Dialogen hat die Laienspielschar diese plattdeutsche Komödie inszeniert und damit bereits am Premierenabend im Hofrestaurant der Familie von Laer für viele Lacher und ein ausverkauftes Haus gesorgt. Seit Oktober hatten die Darsteller sowie ein Team hinter den Kulissen an dem Stück gearbeitet und dies für die eigenen Zwecke umgestaltet.

Wechselndes Bühnenbild

»Wir sind eine Wanderbühne, da muss man natürlich ein wenig schauen, was an Requisiten und Bühnenbildern gut umsetzbar ist«, sagte Heike Quest, die die Organisation im Hintergrund übernommen hatte. In diesem Jahr waren die Darsteller dabei vor eine besonders große Herausforderung gestellt worden. »Das Bühnenbild wechselt zwischendurch, da im Laufe des Stücks ja auch der Hauptspielort tapeziert wird«, sagte sie. In den 30-minütigen Pausen wurde deshalb jeweils kräftig umgebaut.

»Plattdeutsch als Kulturgut erhalten«

Eine Herausforderung stellt jedes Jahr auch die plattdeutsche Sprache dar, in der die Stücke aufgeführt werden. »Denn es ist uns wichtig, dieses Kulturgut zu erhalten. Gerade für unsere größtenteils eher jungen Schauspieler ist es aber auch eine Herausforderung im Prinzip eine neue Sprache zu erlernen«, sagte sie.

Wer das Ergebnis der wochenlangen Proben und Vorbereitungen noch erleben möchte, kann dies noch an zwei weiteren Terminen tun: Am 23. Februar um 19 Uhr spielt die Laienspielschar erneut im Hofrestaurant der Familie von Laer, am 3. März um 16 Uhr wird das Stück in der Aula der Olof-Palme-Gesamtschule in Hiddenhausen präsentiert. Die Organisatoren weisen in dem Zusammenhang darauf hin, dass die Vorstellung am 24 Februar bereits ausverkauft ist.

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