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Immer weniger Briefe, aber immer mehr kleine Warensendungen – „Online-Boom erfordert Ausbau“

Post erweitert Briefzentrum

Herford (WB)

Im offiziellen Sprachgebrauch der Post ist das Herforder Briefzentrum bereits mit der Kategorie XXL versehen und damit deutschlandweit eines der größten. Schließlich werden hier die Briefe für den gesamten Postleitzahlenbereich 32 und 33 verarbeitet. Der Boom im Online-Handel soll es jetzt weiter wachsen lassen:

Bernd Bexte

Etwa 500 Mitarbeiter sind an der Bielefelder Straße beschäftigt, trotz Erweiterung würden es dennoch nicht mehr. Foto: Moritz Winde

„Wir wollen die Kapazitäten an der Bielefelder Straße ausbauen“, kündigt Postsprecher Rainer Ernzer an. Denn obwohl das Logistikzentrum 1996 für Briefpost eröffnet worden war, werden dort immer mehr kleine Warensendungen sortiert. „Das sind kleine Päckchen bis zu einem Kilogramm“, erläutert Ernzer. Computer- oder Handyzubehör, Bücher – die sogenannten „warentragenden Briefsendungen“ machten eine Erweiterung in Herford notwendig. Um die Paketzentren zu entlasten – das nächste in der Region befindet sich in Bielefeld-Oldentrup an der A2 –, würden mittlerweile auch kleinere Kontingente von Paketen bis zu zwei Kilogramm in Herford sortiert. „Der Online-Handel beschert uns in diesem Bereich Zuwachsraten im teilweise zweistelligen Bereich“, erklärt Ernzer.

Die flächendeckenden Lockdowns des stationären Einzelhandels, aber auch Aktionstage wie „Black friday“ oder „Cyber monday“ befeuern das Online-Geschäft. Zahlen für Herford nennt die Post nicht, nur so viel: Täglich fallen dort mehr als eine Million Sendungen an, in Spitzenzeiten, etwa vor Weihnachten, sind es auch mal zwei Millionen. „Der Anteil der Briefe nimmt allerdings kontinuierlich ab.“

Wann und wo an der Bielefelder Straße gebaut wird, sei noch unklar. Wahrscheinlich sei ein Anbau in direkter Nachbarschaft. „Das ist aber alles noch im Fluss. Es könnte sogar sein, dass wir auf dem bestehenden Areal erweitern.“ Sicher sei nur, dass die Kapazitäten erweitert werden müssten. Denn für die Verarbeitung kleiner Warensendungen bedürfe es angepasster Betriebsabläufe, mehr Lagerfläche und vor allem anderer Maschinen.

Eine Erweiterung der Post an der Bielefelder Straße ist pikant: Die Bezirksregierung hatte dem Autohaus Mattern, wie am 19. Januar berichtet, einen bereits geplanten Umzug dorthin untersagt. Begründung: Als großflächiger Einzelhandelsbetrieb sei ein Autohaus in einem Gewerbegebiet nicht zulässig. Der Autohändler hatte bereits 2017 das 50.000 Quadratmeter große Areal zwischen Briefzentrum und dem Lager der Ahlers AG gekauft. Die Erweiterung des Postzentrums an dieser Stelle sei jedoch unproblematisch, teilt die Bezirksregierung auf Anfrage mit. Schließlich handele es sich um einen Gewerbebetrieb.

Am Postzentrum sind etwa 500 Mitarbeiter/innen beschäftigt. Trotz einer Erweiterung würden es nicht mehr. „Wir gehen von einer Stabilisierung bei der Stellenzahl aus, da Kapazitäten, die im schrumpfenden Briefbereich frei werden, umgeschichtet würden“, sagt Postsprecher Ernzer. Insgesamt suche die Post aber weitere Mitarbeiter – wegen des Paket-Booms.

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