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Landschaftsarchitekten präsentieren ihre Ideen für den Herforder Bildungscampus

Quartiers-Park, Lerninseln und Biergarten

Herford (WB). Ein Biergarten hinter dem ehemaligen Offizierskasino, eine kleine Campus-Bühne aus Holz und überall Bänke in einer parkähnlichen Landschaft. Es gibt viel zu entdecken in der Ausstellung, die die Ergebnisse des freiraumplanerischen Wettbewerbs für den Bildungscampus zeigt.

Ralf Meistes

Die leichte Krümmung des Mary-Somerville-Boulevards hat es dem Büro Häfner/Jiménez, Betcke und Jarosch angetan. Die Berliner Planer wollen hier Zierkirschen pflanzen. Foto:

Noch bis zum 1. März können Besucher im Foyer des Kongresszentrums auf dem Campus begutachten, wie sich Planer aus Berlin und Köln die künftige Gestaltung der Grünflächen auf dem Stiftberg vorstellen.

3,5 Millionen Euro soll die Umgestaltung der Grünflächen entlang des Mary-Somerville-Boulevards kosten, teilte Norbert Landshut, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Herford (SEH), gestern mit. Ein Großteil soll mit Hilfe von Fördermitteln bestritten werden. So stehen der Stadt Herford 3,4 Millionen Euro aus dem Bundes-Programm Nationale Projekte des Städtebaus zur Verfügung.

Ein Haus für Start-up-Unternehmen

Wobei nicht die komplette Summe aus diesem Fördertopf für die Gestaltung der Grünanlagen verwendet wird. Schließlich will die Stadt aus der ehemaligen Briten-Kita auf dem Campus-Gelände noch ein Haus für Start-up-Unternehmen errichten.

Der Wettbewerb

Die Stadtentwicklungsgesellschaft Herford (SEH) hat im Sommer 2018 einen freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb ausgelobt. Aufgerufen waren Landschaftsarchitekten aus ganz Europa, Ideen auszuarbeiten, um die ehemalige Wentworth-Kaserne in einen attraktiven Campus umzugestalten. Zehn Wochen hatten die Büros Zeit, um ihre Arbeiten einzureichen. Eine Jury aus Landschaftsarchitekten, Verwaltungsmitarbeitern und Politik hat zwei zweite Plätze und einen dritten Platz vergeben. Die Wettbewerbsbeiträge sind am 29. und 30. Juni (Tag der Architektur) im Marta-Forum zu sehen.

Mit dem freiraumplanerischen Wettbewerb (siehe Info-Kasten) habe die Stadt Herford tolle Ideen für die künftige Nutzung der Grünanlagen auf dem Campus erhalten, betonte Bürgermeister Tim Kähler. »Wenn man bedenkt, dass 2015 die Briten hier ihre letzte Parade abgehalten haben, dann haben wir hier schon eine Menge geschafft. Wir haben eine Konversionsentwicklung hingelegt, die andere Städte gerne hätten«, sagte Herfords Bürgermeister.

In dem Zusammenhang dankte er ausdrücklich der SEH-Geschäftsführung, aber auch der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die sich als fairer und verlässlicher Partner erweise.

Weitgehend autofrei

Der Wettbewerb wurde auf 15 teilnehmende Büros begrenzt. Über ein Preisgeld von je 20.000 Euro dürfen sich Hutterreimann Landschaftsarchitektur (Berlin) und Häfner/Jiménez, Betcke und Jarosch Landschaftsarchitektur (Berlin) freuen. Mit dem dritten Platz und einem Preisgeld von 12.000 Euro wurde Greenbox Landschaftsarchitekten (Köln) bedacht.

Auffällig bei den Preisträgern: zwei von drei Büros haben im Wesentlichen den Autoverkehr an den Rand gedrängt. Zwar sollen auf dem Campus noch Rettungsfahrzeuge passieren können, ansonsten soll aber ein Großteil der Flächen autofrei sein. Die Parkplätze werden in den Süden des Geländes hinter das Kongresszentrum verbannt.

Umsetzung im nächsten Jahr

Zwar kündigte Bürgermeister Kähler an, bei der Gesamtentwicklung des Campus das Arbeitstempo etwas drosseln zu wollen, dennoch ist auch die Umsetzung der freiraumplanerischen Ideen eher sportlich. Die Preisträger sind aufgefordert, ihre Entwürfe zu überarbeiten und Verhandlungen zu führen. Bis Juni dieses Jahres soll der Auftrag vergeben werden. »Die Arbeiten sollen 2020 beginnen und auch beendet werden«, sagte Norbert Landshut.

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