1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Herford
  6. >
  7. Re-Use-Boxen sind der Renner

  8. >

Bürger nutzen das Angebot der Recyclingbörse – 2200 von 3700 Kisten sind verteilt

Re-Use-Boxen sind der Renner

Kreis Herford (WB). Kiste auf, Toaster rein – und ab zur Recyclingbörse. Dort kommen die kleinen Elektrogeräte in den Verkauf – wiederverwenden statt wegwerfen lautet das Ziel. Für den Transport gibt es seit Mai die Re-Use-Box, braune Faltkartons aus Pappe. Sie sind der Renner.

Bärbel Hillebrenner

Viel Arbeit bei der Recyclingbörse an der Heidestraße: Andreas Spilker, Frank Cerny und Justin Fleher (von links) sortieren die Re-Use-Boxen aus und wundern sich, was die Bürger alles in die Kartons füllen. Der Fokus soll aber auf Elektroschrott liegen. Foto: Bärbel Hillebrenner

»Wir haben nicht damit gerechnet, dass dieses Angebot der Pappkartons so eine Resonanz haben würde«, erzählt Horst Lindemann von der Recyclingbörse. Er arbeitet im Büro an der Heidestraße in Herford und hat hier einen Überblick über den Rücklauf der Boxen aus dem gesamten Kreisgebiet. 3700 Pappkisten sind verteilt worden, in Rathäusern, Bürgerbüros und an den Standorten der Recyclingbörse. Innerhalb kürzester Zeit trudelten die Boxen wieder ein – 2200 prall gefüllte Kartons. »Da scheint wohl so was wie eine Marktlücke gefunden zu sein. Die Bürger mussten bisher selbst Kisten kaufen oder die Plastiksäcke nutzen, die aber schnell reißen.«

Elektrogeräte und Textilien

Allerdings ist die Resonanz unterschiedlich – je nachdem, ob eine Rückgabestelle in der Nähe oder weiter entfernt liegt. Lindemann: »Zu Fuß oder mit dem Fahrrad werden die Kisten ja nicht transportiert. Wo also die Erreichbarkeit mit dem Auto gut ist, da kommen auch mehr Boxen an.« So sei zum Beispiel der Zulauf in Schötmar oder Löhne sehr gut, in der Herforder Innenstadt dagegen schlechter. »Das ist doch klar: In der Radewig kann man nicht vor der Tür der Recyclingbörse parken, aber dafür kommen die Leute dann eher in die Heidestraße.«

Die Re-Use-Box ist etwas kleiner als ein Umzugskarton, 51 mal 29 mal 41 Zentimeter groß. Sie ist stabil, hält 25 bis 30 Kilo aus und ist vor allem auch wiederverwendbar. »In den Pappkisten sollen zwar überwiegend kleine Elektrogeräte gesammelt werden, aber die Bürger können hier natürlich auch andere Sachen hineinwerfen wie Bücher, Haushaltswaren oder Textilien«, sagt Horst Lindemann. Der Grundgedanke jedoch sei die Schonung und Rückgewinnung von Rohstoffen, die in den Elektrogeräten zu finden sind. Und weil diese Metalle für die Umwelt gefährlich sind, sollen sie nicht in der Landschaft abgelegt werden.

Kommunen sollen einspringen

Die Kisten sind für die Bevölkerung kostenlos – auch wenn die Herstellung einen Euro beträgt. Jeder bekommt aber erstmal nur eine Box. »Sie sollen ja nicht für andere Zwecke genutzt werden«, sagt Lindemann. Ein blauer Sack für Textilien aber werde auch noch mitgegeben.

Wenn die erste Charge zum Jahresende aufgebraucht sein wird, dann hofft die Recyclingbörse auf Unterstützung der Kommunen. Denn selbst finanzieren könne der Verein die neue Produktion der Kartons nicht, das müssten die Städte und Gemeinden in Auftrag geben. Gespräche mit den Kommunen sollen in den nächsten Wochen geführt werden.

Startseite