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Bollwerk zur Verteidigung des Stadttors bei Bauarbeiten freigelegt

Reste einer alten Bastion am Lübbertorwall entdeckt

Herford (WB). Für Experten war es ein so genanntes Funderwartungsgebiet. Dass bei der Neugestaltung des Wilhelmsplatzes Spuren der Stadtgeschichte freigelegt würden, war für die Archäologen deshalb keine große Überraschung. Dennoch ist der jetzige Fund historisch bedeutsam.

Bernd Bexte

Bei der laufenden Umgestaltung des Wilhelmsplatzes sind Reste einer alten Bastion der Stadtmauer freigelegt worden. Die Spuren der alten Befestigung werden von Archäologen jetzt näher untersucht. Am Freitag wollen sie die Öffentlichkeit informieren. Foto: Moritz Winde

Bei den Erdarbeiten haben Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) die Reste einer frühneuzeitlichen Bastion am Lübbertorwall freigelegt. »Die dürfte etwa aus dem 13. Jahrhundert sein«, sagt Christoph Laue vom Kommunalarchiv.

Die Spuren der alten Stadtbefestigung werden nun von den Forschern näher untersucht. Gemeinsam mit Dr. Sven Spiong, Leiter der Außenstelle Bielefeld der LWL-Archäologie für Westfalen, und Grabungsleiter Dr. Bernhard Sicherl wird Laue die archäologischen Funde am Freitag der Öffentlichkeit vorstellen. Reste der Stadtbefestigung aus dieser Zeit seien eine Rarität.

Auf Merian-Stich zu sehen

Nur ein Mäuerchen in der Mühlengasse in der Radewig könnte etwa aus dieser Epoche stammen, erläutert Archivar Laue. Stadtführer Mathias Polster verweist in diesem Zusammenhang auf den Merian-Stich aus den 1620-er Jahren. »Darauf ist eine Bastion genau an dieser Stelle zu sehen.«

Die Vorsprünge in der Stadtmauer dienten dazu, die Stadttore von der Seite her besser verteidigen zu können, in diesem Fall das Lübbertor. Polster geht allerdings davon aus, dass die Bastion, deren Reste jetzt ans Tageslicht gekommen sind, erst wesentlich später errichtet wurde. Die Herforder Stadtbefestigung sei zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) massiv verstärkt worden. Aus dieser Zeit könnte das Bollwerk stammen.

Wie berichtet, will die Stadt die 300 Meter lange Verbindungsachse entlang des Wilhelmsplatzes zwischen Aa und Werre für drei Millionen Euro verschönern. 80 Prozent des Geldes kommen als Fördersumme von Bund und Land. Die ehemalige Straße entlang des Platzes, die zwischen den Baumreihen verlief, soll zu einem Boulevard umgestaltet werden. Dieser soll dann von Radfahrern und Fußgängern genutzt werden.

Weniger Parkplätze

Mit besonderer Beleuchtung, Sitzgelegenheiten und Spielgeräten auf der Wiese soll der Wilhelmsplatz – Teil der Wallanlagen – zu einem Anziehungspunkt zwischen dem Museum Marta und der Innenstadt werden. Die Zahl der Parkplätze wird in diesem Bereich von 87 auf 21 reduziert. Zum Gesamtkonzept gehört auch der Neubau der Schillerbrücke.

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