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Herforder Verwaltung hat zwei mögliche Standorte in der Nähe gefunden

Scholl-Schule: Stadt prüft Neubau

Herford (WB)

Der Sanierungsstau ist gewaltig, der Platz begrenzt: Wie zukunftsfähig ist die Geschwister-Scholl-Realschule (GSS) an der Wiesestraße? Die Stadt Herford forciert derzeit ihre Bemühungen um einen Neubau – und zwar an einem ganz anderen Standort.

Moritz Winde

Wie sieht die Zukunft der Geschwister-Scholl-Realschule aus? Der jetzige Standort an der Wiesestraße könnte ausgedient haben. Foto: Moritz Winde

Entsprechende Informationen dieser Zeitung bestätigte Bauamtschef Dr. Peter Böhm. „Der Verwaltungsvorstand hat uns damit beauftragt, die Möglichkeiten zu prüfen“, sagt er und macht keinen Hehl daraus, dass er den jetzigen Platz der Einrichtung perspektivisch für wenig sinnvoll erachtet. Er halte es für richtig, die Diskussion über das Thema anzuschieben. Erstmals hatten die Grünen einen Neubau ins Spiel gebracht.

Für viele ist die Sanierung des Altbaus das sprichwörtliche Fass ohne Boden. In den vergangenen Jahren seien hunderttausende Euro in die Immobilie investiert worden, sagt Dr. Böhm. „Zeitgemäß ist die Schule aber noch immer nicht.“

Nachdem im Dezember die komplette Heizungsanlage ausgefallen war, hatte der CDU-Stadtverband deutliche Kritik am Zustand der GSS geäußert. Die Heizungsanlage sei nur einer der Punkte, die dringendes Handeln nötig machten. Die Christdemokraten unterstrichen damals die Forderung nach einem Gesamtsanierungskonzept.

Doch das könnte sich erledigt haben, sollte der Rat den Vorschlägen – die Verwaltung präferiert wohl einen Neubau – zustimmen. Klar ist, der heutige Standort dürfte bei den Überlegungen kaum noch eine Rolle spielen. Dr. Peter Böhm: „Eine Erweiterung ist nur schwer möglich. Der Platz ist begrenzt.“ Schon jetzt platze die Schule aus allen Nähten.

Auch dieses Grundstück wird derzeit für einen Schulneubau unter die Lupe genommen. Foto: Moritz Winde

Die Raumgrößen an sich sind zu klein, der Grundriss verschachtelt und eng, es fehlt an Klassenzimmern – bei steigenden Anmeldezahlen eine Gleichung, die nicht aufgehen kann. Immerhin: Die Mensa in Containern sorgt zwischenzeitlich für etwas Entlastung.

Die Stadt will das Neubau-Projekt vorantreiben. Im Rathaus ist von der modernsten Realschule in der Region die Rede. Die Planer haben bereits zwei in Frage kommende Grundstücke unter die Lupe genommen. Beide liegen in unmittelbarer Nähe. Der Vorteil: Der Unterricht könnte weiterlaufen während gebaut werden würde.

Die von der Stadt favorisierte Variante ist ein Acker an der Ahmser Straße hinter dem Kanu-Klub. Hier wäre genügend Platz für Schulgebäude, Sporthalle und eine Mensa. Ideal: Über eine Brücke wäre man ruckzuck im H2O.

Ebenfalls im Rennen ist die Polster-Reckendorf-Immobilie an der Sachsenstraße. Doch dieser Standort – er liegt wie der jetzige mitten in einem Wohngebiet – hat einen Nachteil: Er könnte auch schnell zu klein werden.

Kommentar von Moritz Winde

So schnell kann‘s gehen: Vor Jahren sollte die Scholl-Schule geschlossen werden. Erst nach Protesten schwenkte die Politik um. Heute ist von einer Schließung keine Rede mehr. Stattdessen wird – auch bedingt durch den Wegfall der Hauptschule – über einen Neubau diskutiert.Eine neue Schule kostet zwar viel Geld, selten hat sie aber so viel Sinn gemacht. Die Zustände am jetzigen Standort sind untragbar. Eine Gesamtsanierung verschlingt ebenfalls Millionen, das Platz-Problem ist nicht wirklich zu lösen.Die Politik sollte das Thema zügig angehen. Zu lange wurde es auf die lange Bank geschoben. Leidtragende sind Lehrer und Schüler. Sie haben einen besseren Ort zum Unterrichten und Lernen verdient.

Auf diesem Acker an der Ahmser Straße wäre genügend Platz für Schulgebäude, Mensa und Sporthalle. Foto: Moritz Winde
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