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Wahlleiter vermeldet Rekord „wegen Corona oder weil Interesse allgemein so hoch ist“

Schon mehr als 10.000 Briefwähler

Herford (WB). In Coronazeiten steigt die Zahl der Briefwähler bei der anstehenden Kommunalwahl in bislang nicht gekannte Höhen. Bis Mittwochvormittag waren bei der Stadt erstmals mehr als 10.000 Briefwahlanträge eingegangen.

Bernd Bexte

Ordnungsamts- und Wahlleiter Lothar Sobek zeigt einen Stimmzettel. Erstmals gibt es mehr als 10.000 Briefwähler. Foto: Rechlin

„Es sind exakt 10.038“, sagte Wahlleiter Lothar Sobek. Damit hat schon jetzt fast jeder fünfte Wähler vor, per Brief zu wählen. „Das hatten wir noch bei keiner Wahl, auch nicht bei Bundes-, Landtags- oder Europawahlen.“ Und es dürften noch mehr werden, „denn bis zum Wahltag sind es ja noch gut zwei Wochen“.

Sobek geht davon aus, dass vor allem die Corona-Pandemie viele der etwa 52.000 wahlberechtigten Herforder bewogen hat, am 13. September auf den Besuch eines Wahllokals verzichten zu wollen. „Vielleicht ist es aber auch ein erster Hinweis, dass wir eine insgesamt hohe Wahlbeteiligung bekommen. Das wäre natürlich ein schönes Zeichen.“

300 Bürger haben im Wahlbüro gewählt

Zum Vergleich: Bei der vorigen Kommunalwahl 2014 machten gerade einmal 51,2 Prozent der Wähler ihr Kreuzchen. Damals hatten bis zum Wahltag 7750 Bürger per Brief ihre Stimme abgegeben, 2009 waren es 6560 gewesen.

Zu den mehr als 10.000 Briefwählern gehören auch die Herforderinnen und Herforder, die schon jetzt im Wahlbüro im Rathaus ihre Stimme abgegeben haben. „Das waren bislang etwa 300“, sagt Sobek. Knapp 4400 Wähler haben ihre Unterlagen online beantragt, der Großteil allerdings auf dem Postweg – oder ist sogar persönlich vorstellig geworden. Wie viele ausgefüllte Stimmzettel bereits bei der Stadt eingegangen sind, kann Sobek nicht sagen. „Das müsste per Hand ausgezählt werden.“ Geöffnet werden sie sowieso erst am 13. September nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr. Bis dahin bleiben sie unter Verschluss.

Sollte keiner der sieben Bewerber für das Bürgermeisteramt im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichen, kommt es zwei Wochen später zu einer Stichwahl zwischen den beiden Kandidatinnen/Kandidaten mit den meisten Stimmen.

Wahl zum Integrationsrat

Zudem wird am 13. September ein neuer Stadtrat, Kreistag und Landrat gewählt. Bei der Landratswahl – hier gibt es drei Bewerber – ist ebenfalls eine Stichwahl möglich. Wahlberechtigt sind alle Deutschen und EU-Bürger, die das 16. Lebensjahr vollendet und seit mindestens 16 Tagen den (Haupt)Wohnsitz in Herford haben.

Gewählt wird auch ein neuer Integrationsrat. Von den 16.000 Wahlberechtigten für dieses Gremium – Ausländer und Eingebürgerte – haben bislang 540 Briefwahlunterlagen beantragt, 133 von ihnen online. Der Integrationsrat besteht aus fünf Ratsmitgliedern und zehn von den Migranten direkt gewählten Vertretern.

Das Wahlbüro im Untergeschoss des Rathauses ist vom Parkplatz Auf der Freiheit/Abteistraße aus zu erreichen. Eine Terminvereinbarung ist nicht nötig. Wer seine Wahlbenachrichtigung verloren hat, muss seinen Personalausweis mitbringen.

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