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Osthushenrich-Stiftung fördert Kurse für Hochbegabte am Ravensberger Gymnasium Herford

Schüler büffeln Chinesisch

Herford (WB/pab). Besondere Schüler brauchen besondere Herausforderungen. Deshalb bietet das Ravensberger Gymnasium Herford (RGH) als Hochbegabtenförderung Chinesischkurse an. Sie werden von der Gütersloher Osthushenrich-Stiftung gefördert. Deren Geschäftsführer Dr. Burghard Lehmann hat sich jetzt dafür ausgesprochen, den Förderzeitraum zu verlängern.

Dr. Burghard Lehmann, Rita Klötzer, Christine Werner und Li Zhu-Wagener sind zufrieden mit den Leistungen der RGH-Schüler in Chinesisch. Foto: Heike Pabst

Dr. Lehmann hat sich mit Teilnehmern der beiden Kurse unterhalten. Insgesamt sind neun Jugendliche dabei, fünf im Starter-Kurs und vier im Fortgeschrittenen-Kurs. Einer der Teilnehmer ist Gent. Er ist 13 Jahre alt und hat Kenntnisse in vier Fremdsprachen: Albanisch, Englisch, Französisch und Chinesisch. „Sprachen liegen mir sehr“, sagt er. Seit eineinhalb Jahren, also seit Beginn des Angebots, büffeln seine Mitschüler und er zwei Stunden pro Woche bei Dozentin Li Zhu-Wagener. Deren Gehalt wird von der Osthushenrich-Stiftung getragen, außerdem zahlen die Eltern der Schüler einen Beitrag.

Bereits 500 Schriftzeichen gelernt

„Es ist mir eine Ehre, diese exotische Sprache lernen zu dürfen“, sagt Gent. „Das macht sehr viel Spaß.“ Dem stimmt ein Mitschüler zu: „Chinesisch ist nicht so wie Englisch oder Französisch. Man muss sich richtig anstrengen“. Gerade darin liege der Reiz. Im Rahmen des Drehtürmodells bekommen die Schüler Lernstoff geboten, der nicht zum regulären Curriculum gehört. Den Stoff der anderen Fächer, den sie versäumen, müssen die Jugendlichen alleine nacharbeiten. Das klappt laut Auskunft der Schulleitung sehr gut.

Der Fortgeschrittenenkursus hat bislang 500 chinesische Schriftzeichen durchgenommen. „Das entspricht dem A2-Niveau“, sagt Dozentin Li Zhu-Wagener. „3000 Zeichen wären Abitur-Niveau.“

Schüler sind „anstrengungsbereit“

Lehrerin Christine Werner, Koordinatorin der Begabtenförderung am RGH, erläutert: „Wir können nicht einfach mit den besonders begabten und motivierten Schülern Stoff aus höheren Jahrgangsstufen durchnehmen. Dann langweilen sie sich später.“ Deswegen fiel die Wahl auf Chinesisch, das ansonsten nicht auf dem Lehrplan stünde. Lehrer wählen dafür Schüler aus, die ihnen „anstrengungsbereit“ erscheinen, und fragen sie, ob sie mitmachen möchten. Das Interesse der Schüler ist konstant hoch.

Damit die Kurse weiter durchgeführt werden können, möchte Dr. Lehmann im Juni bei einer Sitzung dem Stiftungsvorstand empfehlen, die Förderung um drei Jahre zu verlängern. Lehmann zeigte sich von dem Angebot und den Schülern sehr beeindruckt. „Ich bin ja in Sachen Begabtenförderung wirklich viel in Ostwestfalen unterwegs“, sagte Dr. Lehmann, „und ich muss sagen, das RGH hat da in der Region zusammen mit dem Weser-Gymnasium in Vlotho eine herausragende Stellung.“

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