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Stadtwerke prüfen, ob das Freibad Im Kleinen Felde winterfest gemacht werden kann

Schwimmen unter Traglufthalle

Herford (WB). Können die Herforder bald auch im Winter im Freibad Im Kleinen Felde ihre Bahnen ziehen? Die Stadtwerke Herford prüfen derzeit, ob die Errichtung einer Traglufthalle am Standort möglich ist. „Es reicht aber nicht nur, eine Halle über das Becken zu ziehen, wir müssten die gesamte Anlage dann winterfest machen“, sagt Markus Diering, Leiter der Freizeiteinrichtungen.

Ralf Meistes

Im Berliner Bezirk Wedding gibt es bereits ein so genanntes Kombi-Bad, also ein Freibad samt Traglufthalle. Die Stadtwerke Herford prüfen derzeit, ob so eine Traglufthalle auch im Freibad Im Kleinen Felde gebaut werden kann. Foto: dpa

Bevor die Sache entscheidungsreif sei, müssten aber noch verschiedene Aspekte untersucht werden, so Diering. „Das Projekt ist vor allem unter energetischen Aspekten eine Herausforderung. Wir müssten ja auch die Umkleidekabinen so ausgestalten, dass sie wintertauglich sind. Aber wir arbeiten intensiv daran“, sagt Diering.

Bedarf an zusätzlichen Schwimmflächen

Der Wunsch nach zusätzlicher Wasserfläche ist groß, wie bei einer Diskussion verschiedener Sportvereine mit der Herforder CDU deutlich wurde. Am Donnerstagabend trafen sich Vertreter mehrerer Vereine mit der CDU-Bürgermeisterkandidatin Anke Theisen, der CDU-Landratskandidatin Dorothee Schuster, dem Vorsitzenden des Sportausschusses Oliver Galling (CDU) und dem Vorsitzenden des Stadtsportverbandes und CDU-Ratskandidaten Jürgen Berger auf der Anlage des TC Herford.

„Unsere Schwimmabteilung hat Existenzangst“, sagte Frederick Humcke von der TG Herford. Aufgrund der coronabedingten Hygienemaßnahmen dürften nur acht Kinder eine Bahn benutzen. Zudem hätten die Stadtwerke dem Verein weniger Wasserfläche zur Verfügung gestellt. „Wir müssen jetzt mehr als die Hälfte der Kinder, die schwimmen wollen, wieder nach Hause schicken“, sagt Humcke. Das werde den Mitgliederschwund in den Vereinen beschleunigen.

„Einschränkungen sind coronabedingt“

Markus Diering widerspricht der Darstellung, das H2O habe zugunsten des Regelbetriebs und auf Kosten der Vereine etwas verändert. „Die einzigen Einschränkungen, die wir haben, sind coronabedingt“, stellt Diering klar. Acht Kinder pro Bahn seien eine Richtlinie des DSV, die den Vereinen mitgeteilt worden sei. Ihm sei der Stellenwert des Vereinssports und das hohe ehrenamtliche Engagement, das dahinter stehe, bewusst.

Humcke machte am Donnerstagabend noch einmal die Situation für die TG Herford deutlich. „Kinder, die jetzt ihr Seepferdchen bei uns machen wollen, müssen sechs Monate warten. Mit den jetzigen Zeiten sind es sogar 18 bis 24 Monate.“ Das bedeute, dass viele Kinder dann gar nicht mehr zum Schwimmen kämen.

Letzter Badetag

Der letzte Badetag im Freibad Im Kleinen Felde ist in diesem Jahr am Sonntag, 30. August. Eine Woche später, am 6. September, wird die Freibadsaison auch in Elverdissen beendet. Ab Montag, 7. September, hat das Freizeitbad H2O dann wieder zu den üblichen Zeiten geöffnet. Der reguläre Trainingsbetrieb für Vereine beginnt bereits wieder am Montag, 31. August.

Kommentar

Liest man die Wahlprogramme der Parteien, so wird deutlich, dass dem Schwimmunterricht für Kinder ein hoher Stellenwert beigemessen wird. Angesichts dieser Erkenntnis sollte es dem neuen Stadtrat nach dem 13. September gelingen, die Schwimm-Möglichkeiten in Herford zu verbessern. Denn wenn heute ein Elternteil sein Kind für das Seepferdchen-Abzeichen anmelden will, dann dauert es in der Regel mehr als ein Jahr, bis der Nachwuchs das erste Mal ins Wasser kann. Die Schwimmfläche im Freizeitbad H2O reicht seit langem nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken. Vor diesem Hintergrund ist es ein gutes Zeichen, wenn jetzt nach Ausweichmöglichkeiten gesucht wird. Eine Traglufthalle im Freibad Im Kleinen Felde wäre eine Variante.Neben mehr Schwimmfläche im Winter wird aber auch das geschulte Personal am Beckenrad benötigt. Die Vereine, die sich ehrenamtlich engagieren, verdienen hier eine größere Unterstützung. Im neuen Sportentwicklungsplan, der im kommenden Jahr verabschiedet werden soll, wird eine finanzielle Hilfe für Fortbildungsveranstaltungen in Aussicht gestellt. Ein guter Ansatz Ralf Meistes

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