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Praxisklinik für Chirurgie von Dr. Samir Zoubie ist die größte im Kreis Herford

Seit 30 Jahren für Unfallopfer im Einsatz

Herford (WB). Vermutlich war fast jeder selbst schon mal dort oder kennt zumindest jemanden, dem bei Dr. Zoubie geholfen wurde: Mit nach eigenen Angaben 32.000 Arzt-Patienten-Kontakten pro Jahr ist die Praxisklinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie die größte im Kreis Herford.

Moritz Winde

Dr. Samir Zoubie versorgt die Wunde von Christian Zerning. Arzthelferin Barbara Hartwig assistiert. Der 34-Jährige ist einer von durchschnittlich 120 Patienten, die täglich in der Praxisklinik an der Bielefelder Straße behandelt werden. Foto: Moritz Winde

An diesem Morgen liegt Christian Zerning auf der Behandlungsliege. Aus seinem Finger quillt Blut. »Ich habe in Melle ein Rolltor eingebaut und bin beim Hochschieben mit der Hand hängen geblieben«, sagt der 34-Jährige. Einen Moment nicht aufgepasst – schon war es passiert.

Es sind solche und ähnliche Fälle, um die sich die Spezialisten in der Praxis an der Bielefelder Straße kümmern – und das mittlerweile seit 30 Jahren. »Wir versorgen pro Jahr im Schnitt 2400 Arbeits- und Wegeunfälle, wozu auch die Schulunfälle gehören«, sagt Dr. Samir Zoubie (45).

Damit liegt die Praxisklinik nur knapp hinter dem Klinikum. 2018 waren es dort nämlich 2706 Fälle bei 38.000 behandelten Patienten in der Notaufnahme insgesamt. Das Mathilden-Hospital kam nach eigener Auskunft auf 933 Fälle – Tendenz steigend. Arbeitsunfälle dürfen in Deutschland nur speziell ausgebildete Chirurgen, so genannte Durchgangsärzte, behandeln, die von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) eine besondere Zulassung erhalten haben.

Die Praxisklinik wurde von Dr. Imad Zoubie (74) gegründet – und zwar am Mittwoch, 16. Oktober, exakt vor drei Jahrzehnten. Als leitender Oberarzt und Chefarztvertreter der Unfallchirurgie am Klinikum Herford ging er aus einer sicheren Position heraus in die Niederlassung – auch, um mehr Zeit für die Familie zu haben. »Das hat damals kaum jemand gewagt und viele Kollegen begegneten mir mit Unverständnis«, erinnert sich Dr. Zoubie senior, der 1983 in Herford als Erster die arthroskopische Operation einführte.

Mittlerweile praktizieren drei Ärzte

Doch der Schritt in die Selbstständigkeit zahlte sich aus. Es erfolgte eine Erweiterung des Gebäudes um einen OP-Trakt und um zusätzliche Sprechstundenräume. Mit seinem Partner Dr. Karl König – er stieß 1997 dazu – sei es möglich gewesen, durchgehend Unfallverletzungen werktäglich zu behandeln. »Wir wollen als Unfallchirurgen mit Leib und Seele immer für die Patienten da sein, die sich Verletzungen im beruflichen oder privaten Umfeld zuziehen«, sind sich die Doctores Zoubie einig.

Ende 2011 übergab der Vater den Staffelstab an den Sohn und wusste die Praxis damit in guten Händen. Durch seine Ausbildung an Traumazentren in Berlin und Kiel sowie seine Beteiligung am Durchgangsarztverfahren stand ihm die Möglichkeit zur Fortführung der Praxis offen. Dr. Samir Zoubie: »In diesen Zeiten der zunehmenden Spezialisierung muss sich auch bei uns etwas ändern.«

Zur Erweiterung des Spektrums der klassischen Chirurgie und Unfallchirurgie wurde 2014 Dany Lopes Ribeiro als Fußchirurg mit ins Boot genommen. Ende 2016 erweiterte sich nochmals die Expertise mit dem Eintritt von Dr. Peter Gruber um das große Kapitel der Handchirurgie, die am Standort Bielefelder Straße 15 in allen Facetten betrieben wird.

»Man kommt also gar nicht dazu, sich an etwas zu gewöhnen. Die neuen Techniken, die die Ärzte mitbringen, halten einen immer auf Trab, noch etwas hinzu zu lernen«, sagt Barbara Hartwig. Die Arzthelferin gehört zum Inventar. Sie ist von Anfang an mit von der Partie.

Stolze Eltern: Dr. Tuula und Dr. Imad Zoubie freuen sich über den Erfolg ihre Sohnes. Dr. Sami Zoubie führt die Praxis seit Ende 2011. Foto: Moritz Winde
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