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Neuer Erlass ermöglicht Unterrichtsbeginn zwischen sieben und neun Uhr am Morgen

Stadt Herford lässt die Finger von den Schulzeiten

Herford (WB)

Mehr als 869 Schulen in Nordrhein-Westfalen haben ihre Schulanfangszeiten mittlerweile entzerrt, 737 weitere Schulen haben dem Schulministerium entsprechende Überlegungen angemeldet. Die Schulen der Stadt Herford sind nicht darunter.

Stephan Rechlin

Zum Schulstart am Morgen und in den Mittagsstunden wird es in den Herforder Bussen eng. Foto: Stephan Rechlin

Das bisher von der Stadt angeführte Hauptargument – ein Erlass des Landes verbietet den Schulen die eigenmächtige Veränderung der Schulanfangszeiten zwischen 7.30 und 8.30 Uhr – ist seit Montag außer Kraft. Jetzt ist es Schulen erlaubt, ihren Unterricht zwischen sieben und neun Uhr morgens beginnen zu lassen. Damit soll vor allem das Gedränge in Schulbussen überwunden werden. Landrat Jürgen Müller befürwortet eine Entzerrung der Anfangszeiten.

Im Herforder Schulausschuss lässt Bildungsdezernentin Birgit Froese-Kindermann jedoch keinen Zweifel daran aufkommen, vorerst nichts an den Schulanfangszeiten in Herford verändern zu wollen. Zum einen gebe es bisher keinen Nachweis, dass der Transport in Schulbussen zu erhöhten Infektionszahlen führe: „Vollkommen ausschließen möchte ich es nicht. Doch bisher gibt es dafür keine Belege.“

Ferner sei die Infektionslage an den Herforder Schulen relativ entspannt. Schließlich helfe der neue, zweistündige Zeitkorridor den Verkehrsbetrieben nur wenig: „Mehr als 20 Prozent der Schüler an unseren Schulen kommen aus Nachbarkommunen. Die Schulbusse bräuchten noch viel mehr Zeit, um bei diesen Fahrzeiten eine Entzerrung hinzubekommen.“ Eine Lösung sei, wenn überhaupt, nur auf Kreisebene möglich. Entsprechende Gespräche seien aufgenommen worden.

Aus dem Ausschuss wird gegen diese Vorgehensweise kein Widerspruch geäußert. Die von den Grund- und weiterführenden Schulen entsandten Schulleiter oder ihre Vertreter schweigen dazu ebenso wie Anna Margarethe Deimel (Grüne), deren Fraktion eine Anfrage zur Entzerrung der Schulanfangszeiten angekündigt hatte.

Dezernentin Froese-Kindermann weist auf den Einsatz von Verstärkerbussen hin, die eine Mitfahrt in weniger vollen Bussen erlauben. Außerdem schlägt sie den Einsatz von Busbegleitern vor, die vor allem die Einhaltung der Maskenpflicht in Schulbussen überwachen könnten. Die Stadt Bielefeld lasse die Anfangszeiten an sechs Schulen erst zum zweiten Schulhalbjahr hin ändern. Zuvor sei dort ein mit den Schulen abgestimmtes Gutachten eingeholt worden.

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