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Am 1. Februar geht es in Enger los, in Krankenhäusern am 18. Januar – nur Hausärzte geben Moderna-Vakzin

Starttermin sicher, Impfmenge nicht

Herford (WB)

Seit gut drei Wochen ist das Impfzentrum für den Kreis Herford startklar, in knapp drei Wochen wird dort zum ersten Mal geimpft werden. In welchem Umfang, ist jedoch unklar.

Bernd Bexte

Kurz vor Weihnachten gab es einen Testdurchlauf im Impfzentrum, allerdings ohne Impfstoff. Am 1. Februar sollen dort die ersten Senioren das Vakzin erhalten. Foto: Bexte

„Wir wissen nicht, wie viel Impfstoff uns dann zur Verfügung steht“, sagt Dr. Frank Walhöfer, ärztlicher Leiter des Impfzentrums im Industriegebiet Bustedt. Sicher ist nur, dass es am Montag, 1. Februar, in der ehemaligen Alno-Hauptverwaltung losgehen wird. „Die Terminvergabe beginnt am 25. Januar.“

Geimpft werden zunächst Menschen, die 80 Jahre oder älter sind. Die Kreisverwaltung wird in den nächsten Tagen ein Informationsschreiben an die etwa 20.000 Bürger in dieser Altersklasse verschicken. Impfberechtigte können online unter www.116117.de einen Termin vereinbaren oder telefonisch unter den kostenfreien Nummern 116 117 sowie 0800 116 117 02, teilt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) mit. Dazu muss aber das Informationsschreiben des Kreises vorliegen. Die Anrufer sollten Stift und Papier bereit halten, um die Termine für die beiden notwendigen Impfungen und gegebenenfalls weitere Informationen zu notieren. Die Terminvereinbarung können auch Angehörige oder Vertrauenspersonen übernehmen. Aufgrund der Nachfrage, könne es zu Beginn zu längeren Wartezeiten kommen.

„Um es noch einmal klar und deutlich zu sagen: Wir können nur so viele Termine vergeben, wie Impfstoff da ist – und dieser ist im Moment begrenzt“, teilt die KV mit. „Ja, das ist die große Hürde“, sagt auch Walhöfer, der zu möglichen Mengen keine Angaben machen möchte. „Es wurden uns bestimmt Kontingente angekündigt, aber die nenne ich jetzt nicht, weil ich nicht weiß, ob die auch tatsächlich ankommen.“

Sicher ist nur, dass am Bustedter Weg 16 in Enger das Vakzin von Pfizer/Biontech verimpft wird. „Der jetzt ebenfalls zugelassene Impfstoff des US-Herstellers Moderna wird zunächst ausschließlich von Hausärzten für Risikopatienten genutzt“, erläutert Walhöfer. Aber auch hier zeichne sich ab, dass davon weniger geliefert werde, als erwartet worden sei.

Die KV appelliert deshalb an alle Impfwilligen, Geduld zu zeigen. „Ärzte, medizinisches Fachpersonal, die Pflegeheime, die Verwaltungsmitarbeiter und alle weiteren Beteiligten: Wir alle tun unser Bestes, um einen reibungslosen und vor allem schnellen Ablauf der Impfungen zu ermöglichen.“ Man sei zuversichtlich, dass in den nächsten Wochen zunehmend mehr Impfdosen zur Verfügung stünden. Dann würden die Kapazitäten ausgeweitet.

Impfwillige sollten den Personalausweis, Krankenkassenkarte und Impfpass zum Impfzentrum mitbringen, ebenso einen Mund-Nasen-Schutz. Denn auch dort gelten die allgemeinen Hygienevorschriften. Bevor es mit der Impfung losgeht, erhalten die Senioren die Möglichkeit, sich ausführlich über die Impfung zu informieren und von einem Arzt beraten zu lassen. Die Impfung wird dann von medizinisch geschultem Personal durchgeführt. Anschließend können die Bürger noch 30 Minuten zur Nachbeobachtung im Impfzentrum bleiben.

Die Impfung wird in den Impfpass eingetragen. Sollte dieser nicht vorhanden sein, erhalten die Senioren eine Impfbescheinigung. Die zweite Schutzimpfung erfolgt nach drei Wochen und ist notwendig, damit das Vakzin seine volle Wirksamkeit entfaltet.

Bereits am nächsten Montag, 18. Januar, beginnen die Impfungen in den heimischen Krankenhäusern. „Dort wird ausschließlich das Personal geimpft“, erklärt Walhöfer. Am Freitag wird er den Bedarf der heimischen Kliniken melden, am Montag werde dann geliefert.

Das Portal, über das die Krankenhäuser ihr Kontingent bestellen können, sei noch nicht funktionsfähig. Auch die Verteilung durch das NRW-Gesundheitsministerium an die bereits im Einsatz befindlichen mobilen Teams, Impfzentren und Krankenhäuser verlaufe nur schleppend, kritisiert der Herforder Arzt.

Die Kassenärztliche Vereinigung veröffentlicht seit Montag täglich den Stand der Impfungen für alle Städte und Kreise in ihrem Zuständigkeitsbereich. Daran lässt sich der Fortschritt der Immunisierung durch 30 mobile Teams, die seit dem 27. Dezember in den Pflegeheimen unterwegs sind, ablesen. So stieg die Zahl der im Kreis Herford verabreichten Impfungen gegen das Coronavirus von Montag auf Dienstag um 300 auf 2908. Davon entfallen 1.594 (55 Prozent) auf Heimbewohner, 1.314 (45 Prozent) auf die dort Beschäftigten. Von den 33 Alten- und Pflegeheimen im Kreisgebiet wurden bereits 31 mit Impfstoff versorgt.

Weitere Informationen für Interessierte gibt es im Netz.

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