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Statistik 2020 im Kreis Herford: Corona hat auch Auswirkungen auf den Verkehr und die Bußgelder

Stationäre Blitzer: viel weniger Fotos

Herford (WB)

Dieser Rekord ist kein Ruhmesblatt: Ein Autofahrer raste mit 155 Stundenkilometern in die Radarfalle. Auf der B61/B239 sind an dieser Stelle gerade einmal 70 erlaubt. Damit führt er die Negativ-Rangliste 2020 im Kreis Herford an.

Moritz Winde

Die Blitzer im Kreis – hier die Säule an der B61/B239 in Herford – haben 2020 seltener ausgelöst Foto: Moritz Winde

Der „Spitzenreiter“ ist einer von 20.569 Temposündern, die dem Ordnungsamt des Kreises im vergangenen Jahr in die Falle getappt sind. Was sich vielleicht zunächst viel anhört, ist das genaue Gegenteil: Die ermittelten Verstöße sind im Vergleich zum Vorjahr massiv zurückgegangen – und zwar um satte 41 Prozent. Bei den stationären Messungen sind sie von 26.875 auf 15.378 (-43 Prozent) gesunken, bei den mobilen von 7900 auf 5191 (-34 Prozent).

Wie ist dieser drastische Rückgang zu erklären? Der Kreis Herford führt dies auf zweierlei zurück. „Ein Grund ist sicher die Corona-Krise, in der insgesamt weniger Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs gewesen sind“, sagt Pressesprecher Patrick Albrecht. Ob Homeoffice, Ausgangssperre, Kontaktverbote oder abgesagte Veranstaltungen: Die Menschen hatten während des Lockdowns kaum noch Gründe, das Haus zu verlassen oder ihnen wurde es sogar behördlich untersagt.

Punkt zwei sei die Tatsache, dass im vergangenen Jahr vermehrt Blitzer scharf geschaltet worden seien, an denen erfahrungsgemäß nicht so viele Verstöße begangen würden. Patrick Albrecht: „Doch auch diese Stellen dürfen nicht vernachlässigt werden.“ Im Kreis Herford gibt es zurzeit 13 aktive Messstellen, für die bis zu sieben Kameras zur Verfügung stehen. Deren Einsatz wird ständig variiert.

Weil die stationären Tempoüberwachungssysteme viel seltener teure Fotos gemacht haben, hat es finanzielle Konsequenzen für die Verwaltung. In diesem Bereich wurde naturgemäß deutlich weniger „verdient“.

Aber: Die Gesamtsumme der Einnahmen aus Verwarn- und Bußgeldern, die übrigens nur einen Bruchteil des Haushalts ausmacht, hat sich sogar leicht erhöht – von 2,657 auf 2,694 Millionen Euro. Das hänge damit zusammen, sagt Patrick Albrecht, dass die Polizei 2020 vermehrt Tempokontrollen durchgeführt habe, insbesondere mit dem neuen Blitzer-Anhänger auf der A30.

In diesen Daten sind alle Verkehrsverstöße enthalten – vom Fahren über Rot, Handynutzung am Steuer bis zur Vorfahrtsverletzung. Den Großteil aber macht nach wie vor das Rasen aus.

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