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Blendschutz für Gäste des Hotel am Marta soll 90.000 Euro kosten

Steuerzahlerbund kritisiert geplante Parkhaus-Kunst

Herford (WB). Die Stadt Herford will den Blendschutz am Marta-Parkhaus bezahlen. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) Nordrhein-Westfalen übt Kritik daran.

Moritz Winde

Der Gang zwischen Parkhaus und Hotel ist gerade einmal elf Meter breit. Damit Hotelgäste nicht geblendet werden, will die Stadt einen künstlerischen Sichtschutz kaufen. Foto: Moritz Winde

»Wir halten es für fragwürdig, dass die Stadt Herford 90.000 Euro für Kunst am Parkhaus ausgeben will, wenn diese Kunst nicht in erster Linie den Herforder Bürgern dient, sondern den Gästen des benachbarten Hotels«, sagt Bärbel Hildebrand, Leiterin der BdSt-Pressestelle.

Wie berichtet, soll die Fassade des Parkhauses künstlerisch gestaltet werden – und zwar mit einem gelochten Gewebe, extra angefertigt von der Wiener Künstlerin Esther Stocker. Das Kunstwerk soll 83 Meter lang und zwölf Meter hoch sein und damit die gesamte Rückseite des Parkhauses abdecken. Zum Einen soll es das Parkhaus optisch aufwerten, zum Anderen den Hotelgästen als Sichtschutz dienen, deren Zimmer mit nur etwa elf Metern Abstand direkt gegenüber liegen.

Reichen nicht Vorhänge oder Jalousien?

Genau das bemängelt der Steuerzahlerbund: »Wenn die Stadt tatsächlich der Meinung ist, dass es ihre Aufgabe ist, einen Blendschutz herzustellen, obwohl Vorhänge oder Jalousien doch wohl zur Einrichtung von Hotelzimmern dazugehören dürften, müsste sie zumindest prüfen, ob es nicht preisgünstigere Alternativen gibt. Kunst im öffentlichen Raum, der von der Öffentlichkeit aber gar nicht genutzt wird, darf kein Steuergeld verschlingen«, betont Bärbel Hildebrand.

WWS-Geschäftsführer Heinz-Dieter Klein sagt, es sei die wirtschaftlich vernünftigste Lösung. Außerdem werte das Kunstwerk das Marta-Viertel auf. »Wir haben jahrelang nach einem Investor gesucht, der hier ein Hotel baut. Es war von vornherein so vereinbart, dass wir ihm mit dem Blendschutz entgegen kommen. Ich halte dies für vertretbar.«

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