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Heinz Spremberg malte das Bild – Druck an Hausfassade angebracht

Tango in der Bäckerstraße

Herford (WB)

Triste Winter-Corona-Tage, eine leere Fußgängerzone – und ein Bild, auf dem ein Paar Tango tanzt: Als Zeichen der Hoffnung versteht der Sozialdemokrat Bruno Obens seine Aktion in der Bäckerstraße. Der Herforder sorgte dafür, dass ein Druck des Gemäldes „Tango“ an einer Wand angebracht wurde.

Hartmut Horstmann

Foto:

Als Bau- beziehungsweise Abrisslücke war die Stelle an der Post auch ein Thema im Wahlkampf – für Obens ein Anlass, sich um eine optische Aufwertung zu bemühen. Und so sprach er den Künstler Heinz Spremberg an, der eines seiner Gemälde für einen Druck zur Verfügung stellte. Im weiteren Verlauf sprach Obens Sponsoren an, die ihn in seinem Plan unterstützten. Für die technische Seite zeigt das Herforder Unternehmen Tex Max Textilveredelung verantwortlich.

Für Obens war es nach eigener Aussage wichtig, dass sowohl die Firma als auch der Künstler aus Herford kommen. Zwar ist Spremberg in der Stadt, in der er seit 1959 lebt, bisher nicht mit großen Ausstellungen hervorgetreten, doch hat er sich häufig an den Offenen Ateliers beteiligt. Der 84-Jährige, der aus Berlin stammt, ist Kunstinteressierten somit nicht unbekannt. Für weitere Informationen vor Ort sorgt ein QR-Code, der in den nächsten Tagen angebracht wird.

Mit der Art von Präsentation in der Bäckerstraße betritt der Künstler allerdings Neuland. Eine so große Arbeit im öffentlichen Raum – so etwas habe er noch nicht gehabt, sagt er. Die Auswahl des Bildes geht auf Bruno Obens zurück, der sagt: „Der Tango ist ein Symbol der Hoffnung.“ Der Tanz steht ihm zufolge für Gemeinsamkeit und eine Welt nach Corona, in der die Beschränkungen nicht mehr gelten. Für den Maler Spremberg besteht der Reiz des Tanzes auch in der Disziplin und in der Notwendigkeit, mit den eigenen Laufschritten auf den Partner einzugehen: „Ein falscher Schritt – und man ist in den Fängen des anderen.“ Also nicht nur Leidenschaft, sondern auch Achtsamkeit ist gefragt.

Noch ist an der Gebäudefassade viel Platz – und Obens schließt nicht aus, dass ein weiteres Werk hinzukommt: „Wenn Corona noch länger dauert, muss man gegebenenfalls noch mal was machen.“ Ein Jahr soll die Arbeit hängen bleiben, anschließend werden aus dem Stoff Taschen angefertigt: „Die versteigern wir für einen guten Zweck.“

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