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Vorsitzender des Vereins für Herforder Geschichte stirbt mit 62 Jahren

Trauer um Eckhard Wemhöner

Herford

Der langjährige Vorsitzende des Vereins für Herforder Geschichte, Eckhard Wemhöner, ist am 19. März nach schwerer Krankheit verstorben. Er wurde 62 Jahre alt.

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Der Verein für Herforder Geschichte trauert um seinen langjährigen Vorsitzenden Eckhard Wemhöner. Er verstarb nach schwerer Krankheit am 19. März im Alter von 62 Jahren. Foto: Moritz Winde

Vorstand, Kuratorium und Mitglieder des Vereins trauern. „Wir verlieren mit ihm eine Persönlichkeit, die über zwei Jahrzehnte das Vereinsleben geprägt und ihre Kraft bis zuletzt unserem großen Projekt – der Präsentation der Stiftsgeschichte – gewidmet hat“, teilt der Verein mit.

Eckhard Wemhöner wurde als jüngerer von zwei Söhnen des Herforder Maschinenbauunternehmers Heinrich Wemhöner geboren. Nach Abitur am Ravensberger Gymnasium und Ingenieurstudium übernahm er Aufgaben im väterlichen Unternehmen, ehe er die einst von seinem Onkel gegründeten Firma Wemhöner Maschinen GmbH weiterführte.

Später leitete er das von seinem Vater aufgebaute Hotel Zur Fürstabtei. Er war passionierter Jäger und zudem ehrenamtlich im Pferdedressursport aktiv. So wirkte er viele Jahre als Bundesvorsitzender der Deutschen Richtervereinigung für Pferdeleistungsprüfungen.

2001 gehörte er – mit dem Unternehmer Dieter Ernstmeier – zu den Initiatoren eines Fördervereins für ein Museum am Münster, dessen Vorsitzender er wurde. Er blieb in dieser Funktion nach der Verschmelzung des Fördervereins mit dem Herforder Verein für Heimatkunde. Die anfangs sehr begrüßte, dann in Stadtrat und Bürgerschaft umstrittene Präsentation der über ein Jahrtausend maßgeblich von Frauen gestalteten Herforder Geschichte am historischen Ort wurde zu seinem Ziel. Beharrlich verfolgte er dies.

Ein wichtiger Schritt zur jetzt bevorstehenden Realisierung war getan, als Bürgermeister Tim Kähler 2015/16 die Initiative des Vereins aktiv aufgriff und der Stadtrat grünes Licht für die Planung eines vom Archäologen Matthias Wemhoff konzipierten Archäologischen Fensters am Münster gab.

Wemhöner begleitete den Architekturwettbewerb und brachte sich, seit 2019 von seiner schweren Erkrankung gezeichnet, in die Arbeit der Planungsgruppe ein, in der auch die Stadt als Bauherr, die Kirchengemeinde Herford-Mitte und die Dieter-Ernstmeier-Stiftung vertreten sind. Zu seinen letzten Tätigkeiten gehörte die Organisation einer Spendenkampagne des Geschichtsvereins in der Bürgerschaft.

Doch als Vorsitzender des Vereins für Herforder Geschichte engagierte er sich nicht nur für das Archäologische Fenster. Er setzte sich auch für eine geschichtsbewusste Stadtbildpflege ein, förderte Publikationen und pflegte die Tradition des jährlichen Grünkohlessens.

„Wir verlieren eine Persönlichkeit, die unser Ziel mit Umsicht und großer Beharrlichkeit vorangetrieben hat und sich dabei von Krisen und Rückschlägen nicht entmutigen ließ. Wir trauern mit seiner Lebensgefährtin, seinen beiden Kindern, seiner Mutter und der ganzen Familie“, schreibt der Verein. Der Geschichtsverein wird in Eckhard Wemhöners Sinne die Arbeit weiterführen und sein Engagement dauerhaftwürdigen.

Am 29. März findet in der Münsterkirche um 13 Uhr eine Trauerfeier statt. „Eine Teilnahme ist möglich und erwünscht“, teilt der Verein mit. Statt Blumen am Grab bitten die Angehörigen um Spenden für das Archäologische Fenster.

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