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Stadtsportverband begrüßt die neue Dreifachhalle am RGH, sieht aber noch Anpassungsbedarf

»Tribünen-Planung überdenken«

Herford (WB). Der von der Jury prämierte Vorschlag für den Neubau einer Dreifachsporthalle am Ravensberger Gymnasium wird vom Stadtsportverband (SSV) Herford grundsätzlich gelobt. Bei der Planung der inneren Hallengestaltung sieht der SSV allerdings noch »Anpassungsbedarf«.

Der Entwurf des Büros »Werk 9 Architekten und Ingenieure« holte beim Wettbewerb den 1. Platz. Grafik: Werk 9 Foto:

Lob für Pläne zur Zukunft der Turnhalle Lübberbruch

Vor allem die Pläne zur Zukunft der Turnhalle Lübberbruch würden sehr begrüßt, schreibt SSV-Geschäftsführer Julian Schütz: »Auch die Idee, dieses Gebäude mit einem kleinen Vorbau zu versehen, ist aus der Sicht des Sports eine gute Entscheidung.« Allerdings müsse bei der angedachten Nutzung darauf geachtet werden, dass die bisherigen Nutzer der Halle auch künftig Vorrang vor neuen Nutzungsmöglichkeiten genießen, heißt es in der Stellungnahme weiter.

»Die Halle wird bislang seitens der Turngemeinde Herford für diverse Gruppen benötigt. Hier ist sicherzustellen, dass sich für den Verein keine Verschlechterung der Situation ergibt. Erst darüber hinaus kann für freie Zeiten nachgedacht werden, hier auch eine Nutzung für anderen Veranstaltungen zu ermöglichen.«

Großzügiges Foyer eröffnet neue Möglichkeiten

Die Planung der neuen Halle sei aus sportlicher Sicht ebenfalls grundsätzlich positiv zu beurteilen. Insbesondere das großzügig gestaltete Foyer eröffne neue Möglichkeiten, die so bislang in Herforder Sporthallen nicht gegeben seien. Lediglich die Planung der Tribüne auf einer Empore sollte überdacht werden, fordert der Verband: »Aus Sicht des Sportes ist die Variante der Atmosphäre einer Sportveranstaltung sehr abträglich. Nicht umsonst wird bei der Planung von Sportarenen oder Fußballstadien bewusst Wert darauf gelegt, die Zuschauer so nah wie möglich an das Spielfeld zu holen. Hier wird leider das Gegenteil vorgeschlagen, die Situation für den Sport unnötig deutlich erschwert.«

Kritik: »Zuschauerbereich nur über Treppe erreichbar«

Noch schwerer wiege aber, dass der Zuschauerbereich laut Entwurf nur über eine Treppe und damit für ältere oder gehbehinderte Zuschauer nur unter erheblichen Schwierigkeiten und für Rollstuhlfahrer gar nicht mehr erreichbar wäre: »Diese Gruppe abgetrennt von den übrigen Zuschauern in den Innenbereich zu platzieren, wäre zwar technisch machbar, stigmatisiert jedoch zwangsläufig und widerspricht allen Bemühungen des Sportes zur Einbindung dieser Menschen in die Gemeinschaft.«

Tribüne bis zum Hallenboden als Alternative

Eine Alternativlösung zu einem Aufzug könnte eine Tribüne sein, die bis zum Hallenboden reicht. In diesem Fall wären auch gehbehinderte Zuschauer unmittelbar in die Gruppe der Fans eingebunden. SSV-Vorsitzender Jürgen Berger: »Wir würden uns wünschen, dass man bei der Planung weiterhin versucht, die Bedürfnisse des Sports mit zu berücksichtigen. Im Fall der Tribüne decken sich die Vorstellungen aus Sicht des Sports mit denen von anderen Anspruchsgruppen, weswegen wir um eine Anpassung der bisherigen Planungen bitten.«

SSV-Geschäftsführer Julian Schütz ist optimistisch, »dass mit dem gemeinsamen Knowhow der Planer und des Sports eine gute Lösung gefunden wird«.

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