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Politiker mit Organisation im Straßenverkehrsamt in Kirchlengern weiter unzufrieden

Trotz Online-Vergabe hakt es noch

Herford/Kirchlengern (WB). Ein Klick – Termin steht. Ein Klick – Termin storniert. Ein Klick – Termin geändert. Nein, so einfach, wie es die Kreisverwaltung darstellt, soll die Anmeldung eines Autos im Straßenverkehrsamt nicht sein. Nach Selbstversuchen einiger Politiker prallten im Kreisausschuss verschiedene Meinungen aufeinander.

Bärbel Hillebrenner

Unverrichteter Dinge muss man auch mal gehen, wenn man beim Straßenverkehrsamt in Kirchlengern so schnell keinen Termin bekommt. Der Kreis ist bemüht, durch die neue Online-Vergabe und veränderte Organisation die Wartezeiten zu verringern. Foto: Daniel Salmon

Seit Jahren steht das Straßenverkehrsamt in der Kritik, weil man lange Wartezeiten in Kauf nehmen muss. Laut Statistik der Kreisverwaltung gibt es pro Tag 220 Kundenkontakte, 30 in der Stunde. In Spitzenzeiten standen sogar 380 Fahrzeughalter vor den Schaltern. An-, Um- und Abmeldungen, Kurzzeit-, Ausfuhr- und Oldtimerkennzeichen, technische sowie Adressänderungen – die Arbeit ist umfangreich und sie nimmt zu.

Verwaltung verteidigt Online-Vergabe

Allerdings wurde in der Vergangenheit auch immer wieder laut, dass interne Strukturen und personelle Fehleinsätze zu den stundenlangen Wartezeiten geführt haben sollen. Mitarbeiter sollen parallel in Urlaub geschickt worden sein und wenn dann noch jemand krank wurde, war Chaos vorprogrammiert. Ob sich das geändert hat?

Die Kreisverwaltung sagt Ja, die Politiker sagen Nein. Der zuständige Dezernent Paul Bischof und Landrat Jürgen Müller verteidigten die neue Online-Vergabe (diese Zeitung berichtete), dadurch sei alles besser geworden. Telefonische Vergaben und Notschalter würden zusätzlich die Lage entspannen. Der Dienstplan für die Mitarbeiter würde besser organisiert. Die erneut in diesem Sommer aufgetretene lange Wartezeit begründet die Kreisverwaltung mit »langfristiger Urlaubsplanung, einer Reha-Maßnahme und Erkrankungen«.

Politiker machen Selbstversuche

»Personelle Ausfälle kann es immer geben«, erklärte Landrat Müller. Dann aber würden Mitarbeiter aus anderen Abteilungen der Verwaltung einspringen. Eine Teilzeitkraft – befristet – soll zusätzlich Entlastung bringen.

Einige Politiker hatten in den letzten Wochen selbst versucht, einen schnellen Termine beim Straßenverkehrsamt zu bekommen. Während Gudrun Schliebener (CDU) damit keine Probleme hatte – »Ist alles prima gelaufen« –, konnte Ingeborg Balz das nicht bestätigen. »Im Internet habe ich es nicht geschafft. Im persönlichen Gespräch mit einer Mitarbeiterin hatte ich dann den Eindruck, dass sie überfordert war. Sie war nicht gerade freundlich, sondern wurde auch noch patzig.« Auch Michael Kunst (CDU) berichtete, dass er lange gebraucht habe, um sich online im Internet einen Termin zu holen. »Die Älteren unter uns können das nun mal nicht so schnell.«

CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Schönbeck fragte bei der Verwaltung nach, ob man nicht das Angebot längerer Öffnungszeiten an einem oder mehreren Tagen prüfen könne.

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