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Herforder macht schlechte Erfahrung mit der Post

Unterschrift gefälscht: Wo ist das Paket?

Herford (WB). Problemfall Paket: Wer hat die Unterschrift auf dem DHL-Empfängerschein gefälscht? Diese Frage treibt Dr. Wolfgang Bensiek um. Fest steht nur eins: Sein Sohn war es nicht. Das an ihn adressierte Paket ist niemals angekommen.

Moritz Winde

Die Postfiliale an der Bäckerstraße in Herford: Hier wurde das Paket aufgegeben, das niemals ankam. Foto: Moritz Winde

Der Reihe nach: Wolfgang Bensiek gibt am 27. November ein Paket in der Filiale an der Bäckerstraße auf. Es ist für seinen Sohn Florian. Er lebt in Berlin. »Laut Wegverfolgung im Internet wurde das Paket am nächsten Tag zugestellt«, sagt der pensionierte Lehrer.

Nach Rücksprache mit seinem Sohn stellt sich heraus, dass dies nicht stimmen kann. »Er hat nichts bekommen.« Bensiek hakt in der Niederlassung in der Innenstadt nach.

Dann die Überraschung: »Dort erklärten mir zwei Mitarbeiter unabhängig voneinander, sie seien für Reklamationen nicht zuständig. Sie verwiesen mich an DHL Hamburg.« Bensiek ist über diese Art des Kundenservices verärgert. »Mit Kompetenz hat das nichts zu tun. Man wird in die Irre geleitet.«

Post erstattet Porto und zahlt Entschädigung

Der Herforder will sich nicht abspeisen lassen. Er möchte wissen, wo sein Paket geblieben ist und beschwert sich ein weiteres Mal in der Niederlassung.

Diesmal gerät er an einen Bediensteten, der ihm helfen kann. »Er sagte mir, dass sie sehr wohl zuständig seien.« Bensiek füllt einen Nachforschungsauftrag aus. Daraufhin schreibt ihm DHL, das Paket sei ordnungsgemäß zugestellt worden. Als der 78-Jährige in einem weiteren Brief beteuert, dies könne nicht sein, behauptet die Post das Gegenteil.

Als Beweis wird eine Kopie der Unterschrift des Empfängers mitgeschickt. Bensiek: »Das konnte nie und nimmer die Unterschrift meines Sohnes sein, es handelt sich um eine Fälschung.« Erst nach der abermaligen Beanstandung räumt die Post am 31. Januar – also fast zwei Monate später – Fehler ein, erstattet das Porto und zahlt eine Entschädigung. Bensiek: »Der Gegenwert steht in keinem Verhältnis zum Zeitaufwand.«

Täglich 4,6 Millionen Pakete

Post-Sprecher Achim Gahr sagt, er habe keine schlüssige Erklärung für diesen Fall. Wer hat die Unterschrift fingiert? »Da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder der Zusteller oder jemand anderes, der das Paket angenommen hat. Unsere Mitarbeiter müssen sich eigentlich immer den Ausweis des Empfängers zeigen lassen.«

Es ist nicht die einzige schlechte Erfahrung, die Wolfgang Bensiek in den letzten Wochen mit der Post gemacht hat. »Zwei Briefe mit persönlichen Dokumenten sind nicht angekommen. Ich habe das Gefühl, die Post wird nachlässiger. Sind die Zusteller überlastet? Zumindest lässt es auf eklatante Defizite im Betriebsablauf schließen.«

Das sieht Achim Gahr anders: »Wo Menschen arbeiten, können Fehler passieren. Wir stellen täglich 4,6 Millionen Pakete und 59 Millionen Briefe zu. Die Ausfälle liegen im unteren Promillebereich.«

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