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Abstrichstellen ziehen nach erster Woche dennoch positive Bilanz – viele Reiserückkehrer

Viele Berechtigte verzichten auf Test

Herford/Bünde (WB). Während etwa in Bielefeld noch diskutiert wird, ob wegen steigender Coronazahlen und des Testbedarfs bei Lehrern, Erziehern und Reiserückkehrern erneut Abstrichstellen eingerichtet werden sollen, ist der Kreis Herford bereits seit gut einer Woche damit am Start.

Bernd Bexte

Die Herforder Abstrichstelle (Foto) ist montags bis freitags von 14 bis 19 Uhr geöffnet, das Bünder Testzentrum montags, dienstags und donnerstags von 14 bis 17.30 Uhr. Die Mitarbeiter vor Ort empfehlen, über den Tag verteilt zu kommen, um Wartzeiten zu vermeiden. Foto: Bexte

In der ehemaligen Gewerbeimmobilie an der Herforder Oststraße 23 und der Notfallpraxis an der Viktoriastraße 19 in Bünde können sich die Beschäftigten an den Schulen und in den Kitas wechselweise alle 14 Tage kostenfrei testen lassen , ebenfalls Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Betrieben werden die Einrichtungen von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Zusammenarbeit mit dem Kreis und dem Laborzentrum Weser (Mühlenkreiskliniken). Nach einer Woche zieht Dr. Hermann Lorenz, Leiter der KV-Bezirksstelle und Facharzt für Innere Medizin und für Allgemeinmedizin in Herford, eine positive Bilanz. „Es kommen allerdings längst nicht alle Anspruchsberechtigten, die uns bekannt sind.“

Kreisweit sind dies 3100 Lehrkräfte und Schulmitarbeiter sowie 1700 Beschäftigte in Kitas und in der Tagespflege. „Vor allem bei den Kita-Mitarbeitern ist die Zahl derjenigen, die sich testen lassen, noch einmal geringer als beim Schulpersonal“, berichtet Lorenz von den Erfahrungen vor Ort. Rein rechnerisch hatte der Kreis den Bedarf bis zu den Herbstferien auf bis zu 20.000 Corona-Testungen beziffert. Hinzu kommen Reiserückkehrer, in Herford machen sie fast die Hälfte der Vorstelligen aus.

Bis zu 120 Tests am Tag

In den Abstrichzentren nehmen zwei- bis dreiköpfige Teams aus medizinisch geschultem Personal, etwa Medizin-Studenten, die für die betreffenden Personengruppen kostenfreien Abstriche. Behandlungen, Diagnosen, Krankschreibungen oder Rezepte gibt es nicht. Jeder, der Symptome hat, muss sich an einen Arzt wenden.

„In der ersten Wochen kamen in Herford täglich etwa 100 bis 120 Menschen zur Abstrichstelle, in Bünde waren es 60 bis 70.“ Hinzu kämen die Tests in den Arztpraxen, denn schließlich seien die Testzentren zur Entlastung und nicht als ausschließliche Anlaufstellen eingerichtet worden. „Kreisweit sind damit etwa 50 Praxen betraut, längst nicht nur Hausärzte“, sagt Lorenz. Genaue Testzahlen für den gesamten Kreis gebe es deshalb nicht.

Abstriche in Schulen

Die meisten Praxen hätten eigens Sprechstunden für Coronatests eingerichtet, um die Wartezeit zu verkürzen und damit der sonstige Betrieb nicht zu stark beeinträchtigt werde. „Ich mache das übrigens auch so.“ Es gebe aber auch Praxen, die Absprachen mit Schulen getroffen hätten und dort vor Ort Abstriche machten. „In Spenge werden zwei Schulen auf diese Weise betreut.“ Insgesamt sei der Kreis mit den beiden Abstrichstellen gut aufgestellt, die Wartezeiten seien nicht zu lang, die Praxen nicht überlastet. „Und ich möchte betonen, dass die Zusammenarbeit mit dem Kreis hervorragend funktioniert“, sagt Lorenz.

Eine Liste der Ärzte, die Abstriche nehmen, gibt es auf der Seite kvwl.de sowie unter coronatestpraxis.de

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