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Volksbank Herford-Mindener Land: Vorstandssprecher Andreas Kämmerling mit Bilanzergebnis für 2020 zufrieden

Volksbank verzichtet auf Negativzinsen

Herford (WB)

Die Volksbank Herford-Mindener Land verzichtet weiter auf Negativzinsen für ihre Kunden. Angesichts der Rahmenbedingungen werde es aber auch für die Volksbank schwerer, auf Verwahrentgelte zu verzichten, sagt Vorstandssprecher Andreas Käm­merling.

Ralf Meistes

Von einem „zufriedenstellenden Ergebnis“ für das Jahr 2020 sprechen Andreas Kämmerling (links), Vorstandssprecher der Volksbank Herford-Mindener Land sowie die Vorstandsmitglieder Oliver Ohm (Mitte) und Peter Scherf. Foto: Michael Kolm

In der vergangenen Woche hatte die Sparkasse Herford bekannt gegeben, dass sie bei Neukunden, die mehr als 25.000 Euro auf der hohen Kante haben, einen Negativzins von 0,5 Prozent erhebt.

Von einem „Jahr mit ziemlichen Herausforderungen“ sprach Kämmerling bei der Bilanzpressekonferenz. Immerhin war das Geschäftsjahr 2020 nicht nur durch die Coronapandemie bestimmt, sondern es wurde im Oktober auch der Zusammenschluss der Volksbanken Bad Oeynhausen-Herford und Mindener Land vollzogen. Die Bilanzsumme der Bank mit ihren 50 Geschäftsstellen und 618 Mitarbeitern ist innerhalb des zurückliegenden Jahres um 10 Prozent auf 4,27 Milliarden Euro gewachsen (2019: 3,88 Milliarden). Das Betriebsergebnis liege zwar unter dem Wert von 2019, es sei aber „immer noch zufriedenstellend“, so Kämmerling.

Sparquote steigt:

Zum Jahreswechsel belief sich das Kundenvolumen der Volksbank Herford-Mindener Land auf rund 7,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 8,3 Prozent (+602 Mio. Euro) gegenüber 2019. Seit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 legen die privaten Haushalte immer mehr Geld zur Seite. „Dabei parken unsere Kunden ihre Rücklagen trotz des Nullzinsniveaus überwiegend auf Giro-, Spar- und Tagesgeldkonten“, sagt Kämmerling. Mittlerweile sind es 2,99 Milliarden Euro, zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Und das wird zunehmend zum Problem. Seit 2014 berechnet die Europäische Zentralbank Minuszinsen. Mittlerweile stellen auch alle Großbanken ihren Kunden Verwahrentgelte in Rechnung. „Wir führen seit Mitte 2017 mit Kunden, die Einlagen von mehr als 500.000 Euro haben, Einzelgespräche, um Negativzinsen zu vermeiden“, sagt der Vorstandssprecher. Anders als andere Banken, die eine Einlagensicherung bis 100.000 Euro garantieren, bietet die Volksbank ihren Kunden eine Institutssicherung, wonach die Einlage laut Kämmerling unbeschränkt abgesichert ist. All dies koste allerdings Geld.

Wertpapiere:

Selbst im Krisenjahr 2020 hätten sich Aktien und Investmentfonds als stabile Anlageformen erwiesen, sagt Vorstandsmitglied Oliver Ohm. „Mit einer individuellen Zusammenstellung aus Fonds, Anleihen, Zertifikaten und kapitalbildenden Versicherungen können unsere Kunden trotz des Niedrigzinses gute Erträge mit ihren Rücklagen erzielen“, so Ohm. Das gesamte betreute Kundenanlagevolumen der Bank beträgt mittlerweile 4,66 Milliarden Euro (2019: 4,3 Milliarden).

Coronahilfen:

Der heimische Mittelstand ist laut Kämmerling in einer soliden Verfassung in die Coronakrise gegangen. Die meisten Unternehmen dürften aufgrund einer guten Eigenkapitalausstattung sowie staatlichen Coronahilfen in der Lage sein, die Pandemiefolgen zu bewältigen. Wobei er sich von der Politik wünscht, dass zugesagte Hilfen bei den Betroffenen schneller ankommen. Die Volksbank hat 231 Millionen Euro (davon 52 Mio. an Coronahilfe) an zinsgünstige Förderkredite vermittelt (2019: 106 Mio).

Kredite:

Im vergangenen Jahr hat die Volksbank ihr Gesamtkreditvolumen um mehr als 10,7 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro steigern können. Bei der privaten Baufinanzierung konnte die Bank ordentlich zulegen. Die Immobilienfinanzierung wurde um 12,4 Prozent auf 429 Millionen Euro gesteigert. Insgesamt hat die Volksbank 152 private und gewerbliche Immobilien vermittelt.

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