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Interview mit TV-Entertainer Wigald Boning – Buchvorstellung im Kino Capitol

Vom »Doofen« zum Dauercamper

Herford (WB). TV-Entertainer Wigald Boning (51) kennt die Campingplätze dieser Republik. Von einer mehr als 200 Nächte umfassenden Zelttour berichtet er in einem Buch, das er am 27. September in Herford vorstellt. Hartmut Horstmann befragte ihn nach seinen Erfahrungen – und einem möglichen Comeback des Duos »Die Doofen«.

Die Campingausrüstung steht in seiner Wohnung bereit: Von den Erfahrungen, die er bei einer mehr als 200 Nächte umfassenden Campingtour gemacht hat, berichtet Wigald Boning in seinem neuen Buch. Es trägt den Titel »Im Zelt – von einem, der auszog, draußen zu schlafen«. Der Entertainer stellt es am 27. September ab 20 Uhr im Herforder Kino Capitol vor. Foto: Peter Gercke/dpa

Ein Artikel über Sie beginnt mit dem Satz: »Er ist schlau, witzig und jetzt auch endlich wieder vergeben.« Wie beurteilen Sie diese Einschätzung?

Wigald Boning: Naja. Punkt eins und zwei finde ich ein wenig übertrieben, der dritte Punkt ist sachlich völlig richtig.

Als einer von zwei »Doofen« waren Sie mit Olli Dittrich ganz oben in den Album-Charts. Ein Kollege von mir hofft auf ein Comeback des Duos. Was soll ich ihm sagen?

Boning: Ich möchte diese Idee nicht ganz ausschließen, aber Olli und ich haben beide die Kalender pickepackevoll. Ich habe zudem den Eindruck, dass es in der Welt momentan keinen zusätzlichen Verdoofungsbedarf gibt. Ohne unsere bahnbrechende Grundlagenforschung wäre ein Donald Trump ja kaum denkbar! Nun betrachten wir unser Werk und sind etwas ratlos.

Jetzt zu Ihrem neuen Buch, das Sie in Herford vorstellen: Sie haben ab August 2015 freiwillig mehr als 200 Nächte im Zelt verbracht. Wie kamen Sie dazu?

Boning: Ursprünglich trieb mich eine Hitzewelle ans Ufer der Isar, dann fand ich Gefallen an der frischen Luft, und später kam sportlicher Ehrgeiz hinzu.

Wigald Boning

Was haben die Veranstalter gesagt, wenn Sie gehört haben, dass Sie nicht im teuren Hotel, sondern im Zelt schlafen? Wurden Sie als seriöser Entertainer dann überhaupt noch ernst genommen?

Boning: Manche waren sofort kooperativ und hatten tolle Ideen für originelle Zeltplätze. Andere waren völlig überfordert von der verrückten Idee.

Welches Erlebnis aus dieser Zelt-Mammut-Tour ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Boning: Übernachtung im Mittelkreis des Weserstadions in Bremen. Wildes Campen auf den Shetlandinseln. Auf dem Dach des Hundertwasserhauses in Magdeburg.

Viele Fernsehzuschauer kennen die Serie »Die Camper«. Haben Sie ähnliche Typen auch in der Wirklichkeit kennengelernt?

Boning: Ja! Campingplätze strotzen vor liebenswerten Persönlichkeiten.

Wigald Boning

War für Sie von Anfang an klar, dass Sie aus den Erlebnissen ein Buch machen wollen?

Boning: Die Idee reifte über einige Wochen. Zunächst schrieb ich nur einen Blog; dass die Leute mein Projekt interessant fanden, war jedoch schnell klar.

Ganz ehrlich: Haben Sie sich durch den Erfolg von Hape Kerkelings Pilgerbestseller »Ich bin dann mal weg« zum Schreiben inspirieren lassen?

Boning: Nein, zumal spirituelle Erfahrungen für mich weniger eine Rolle spielten. Allerdings bin ich genau wie er reinkarniert – in einem früheren Leben war ich ein Shetlandpony, und es war beglückend, meine tierischen Vettern in ihrer, meiner Heimat zu besuchen.

Jetzt leben Sie wieder in einer Wohnung. Fühlen Sie sich manchmal eingesperrt?

Boning: Das kommt vor, ja. Aber die Campingausrüstung steht bereit. Bald geht’s wieder raus. Ich freue mich schon!

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