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Schnee-Erinnerungen aus Herford: Der Rodelspaß gehörte immer dazu

Von Wintern, die unvergessen bleiben

Herford (WB)

Schüler rodeln auf dem Luttenberg, einige benutzen ihre Ranzen als Schlitten. Das alte Herforder Rathaus ganz in Weiß: Auch in Zeiten, in denen die Menschen noch nicht mit einer Handykamera unterwegs waren, haben sie Schneefotos gemacht.

Hartmut Horstmann

Rodelspaß an der Parkstraße Anfang der 50er Jahre: Das Schlittenfahren gehört zu den schönen Kindheitserinnerungen, die mit dem Winter verbunden sind. Foto: Archiv Polster

Wer sich für die Wetterentwicklung in Herford interessiert, wendet sich an den Experten Heinrich Wulff. Der 81-Jährige hat besondere Werte samt Schneehöhe und Minustemperaturen aufgelistet. Um die derzeitige Kälte in einen Maßstab setzen zu können, bieten sich historische Vergleichswerte an.

So wurden aktuell in der Nacht auf Dienstag in Herford 10 Grad minus gemessen. Am 27. Januar 1942 waren es minus 27,8 – das sei der kälteste in Herford gemessene Wert, sagt Heinrich Wulff. Ebenfalls kalt wurde es im Winter 1955/56. Auf minus 26,1 Grad sank das Thermometer.

Auch die Schneehöhe listet Wulff auf. 31 Zentimeter betrug sie am Dienstag, 9. Februar. Besonders hoch hinaus wollte der Schnee am 18. Februar 1969 – als mit 46 Zentimetern der höchste Schneewert der vergangenen 50 Jahre gemessen wurde. Dabei sind es nicht die Extremwerte alleine, die die Erinnerung an einen starken Winter ausmachen. So ist der Winter des Jahres 1978/79 unvergessen, obwohl der Höchstwert für den Schnee am 19. Februar gerade mal 23 Zentimeter betrug. Doch bereits im Dezember 1978 maß Wulff einen Minuswert von 17,4 Grad. „Es war auch ein sehr langer Winter“, erinnert sich der Wetterexperte.

Hinzu komme, dass zum Beispiel ein eisiger Wind das Kältegefühl verstärke. Und die Schneeverwehungen, die bewirken, dass der Schnee an manchen Stellen besonders hoch liegt. Das öffentliche Leben war im Winter 1978/79 weitgehend zum Erliegen gekommen. Züge fielen aus, Tiere starben. Und weil kaum Autos fuhren, war auch an den Tankstellen wenig los.

Wenn der 81-jährige Heinrich Wulff heute an Kindheit und Jugend im Winter denkt, dann fällt ihm ein, wie er auf dem Stuckenberg Schlitten gefahren ist. Oder wie er mit Schlittschuhen über die zugefrorene Werre geflitzt ist. Alles Ereignisse, die in den Fotoalben vieler Herforder bleibende Erinnerung geworden sind.

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