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3500 Zuschauer bei Seven-Suns-Festival mit Jazzkantine und Max Mutzke

»Wahnsinn, was hier los ist«

Herford (WB). Herford hat sich mitreißen lassen bei der Premiere des Seven-Suns-Festivals. Max Mutzke, Jazzkantine und Pimpy Panda lockten am Samstag 3500 Besucher an und sorgten für einen Abend, der noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Sophie Hoffmeier

Max Mutzke genießt die Atmosphäre des Open-Air-Festivals vorm Münster. Mit ruhigen Tönen und viel Gefühl zieht er die Zuhörer in seinen Bann. Foto: Sophie Hoffmeier

Die Bühnenlichter schimmern über die Mauern der Münsterkirche mit ihrem Sieben-Sonnen-Fenster. Der Platz ist gefüllt mit Menschen, die im Takt der Musik klatschen. Max Mutzke hält mit den Händen das Mikrofon fest umklammert, während er voller Gefühl »Ain’t no sunshine« singt. Kurz zuvor hatte er die Bühne mit einem schlichten »Wow« auf den Lippen betreten. »Wahnsinn, was hier los ist. Das ist ja nur Jazz«, sagte er lachend.

Bereits seit fünf Jahren lockt der Verein »Musik-Kontor« namhafte Musikgrößen nach Herford. Mit diesem Festival organisierte der Verein zu seinem kleinen Jubiläum einen Höhepunkt, der von den Mitgliedern ehrenamtlich realisiert wurde. Die Veranstaltung konnte Dank der Spende eines Herforder Sponsors kostenlos angeboten werden.

Das Wetter machte dem Namen des Festivals alle Ehre. »Sie glauben gar nicht, wie oft wir in den letzten Wochen unsere Wetterapps bemüht haben«, verriet Vorsitzender Ralf Hammacher: »Und alle haben gelogen.« Bei wolkenlosem Himmel ging es am frühen Abend los. Für die Sicherheit sorgte ein Team, das unter anderem Erfahrungen mit Heavy-Metal-Festival in Wacken hat. Das Publikum war nicht nur alterstechnisch bunt gemischt, sondern setzte sich auch zu gleichen Teilen aus Herfordern und Besuchern von weiter her zusammen, wie eine Umfrage von der Bühne aus ergab.

Den Anfang machte »Pimpy Panda«. Die Neo-Soul-Band mit Musikern, die teilweise aus der Umgebung kommen, verstand es, für gute Stimmung zu sorgen und das Publikum zum Mitmachen zu animieren. »Das war super, Herford«, bedankten sie sich.

»Hier sind wir – prächtig, knackig und voll am Start«, begrüßte Rapper »Cappuccino aka Captain Cappu« das Publikum im Anschluss und legte sogleich mit der Braunschweiger Formation »Jazzkantine« los. Mit viel Elan und einem Augenzwinkern absolvierten die Hip-Hop-Urgesteine ihr Konzert. »Ihr fragt euch bestimmt, warum wir mit Goldketten auf die Bühne kommen. Das ist doch ganz einfach: Wir haben es geschafft«, erklärte Cappuccino. Die Gruppe präsentierte in der Folge 80-er Jahre Rapsongs. »Geht ab«, forderten die Musiker das Publikum mit ihrem gleichnamigen Song auf. In der Zugabe brachten sie die Zuhörer mit »Rockin’ All Over The World« zum Mitfeiern und urteilten: »Ihr seid korrekt«.

Auch Mutzke zeigte sich im Anschluss von den Herforder Zuhörern angetan: »Es macht einen riesen Spaß.« Trotz des großen Andrangs schuf Mutzke eine sehr intime Stimmung und brachte zum Ausdruck, wie dankbar er ist, in dieser Besetzung nach langer Zeit wieder auf der Bühne stehen zu dürfen. Unterstützt wurde er von den Musikern Christian von Kap­hengst, Roberto di Goia und Wolfgang Haffner. Die Mutzke-Allstars kamen aus allen Himmelsrichtungen. Die weiteste Anreise hatte Haffner, der kurz zuvor aus Ibiza gekommen war. Zum Grundton des Konzertes passte, dass Mutzke mit den leisen Tönen von »My Funny Valentine« seinen Auftritt endete.

Der Abend verlief reibungslos. Die Verantwortlichen des Musik-Kontors zeigten sich überwältigt von der großen Resonanz auf ihr Festival. »Mir fehlen die Worte. Darauf haben wir ein Dreivierteljahr hingearbeitet«, sagte Vorsitzender Ralf Hammacher. Und er hat Lust auf mehr: »Eine Wiederholung ist nicht ausgeschlossen«, erklärte er.

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