Von der Erkundungstour auf dem Herforder Bildungscampus waren nicht alle Besucher angetan

„War das jetzt schon alles?“

Herford (WB)

Hans-Werner Neumann war nach 15 Minuten schon wieder auf dem Rückweg. Der SPD-Politiker war auf dem Fahrrad unterwegs, um sich am Tag der Städtebauförderung auf dem Stiftberg über die künftige Entwicklung der Grünanlagen zu informieren.

Ralf Meistes

Einige Herforder hatten sich am Samstag auf den Weg gemacht, um das Campusgelände zu erkunden. Foto:

Die Stadtentwicklungsgesellschaft Herford hatte zu einem Rundgang eingeladen und mit einem begehbaren 1-zu-1-Modell geworben. Doch Neumann hatte zwar die aufgestellten Schautafeln betrachtet und auch die Markierungen vor dem Kongresszentrum gesehen, die schmalen Streifen rund um das Gebäude A, die die künftige Position von Beeten, Bäumen und Sitzbänken darstellen sollten, waren ihm zunächst nicht aufgefallen. So erging es am Samstag auch anderen Besuchern.

Wer sich allerdings die Zeit nahm, um die aufgestellten Schautafeln zu studieren, der erfuhr zumindest einiges über die Geschichte des Wentworth-Areals. Ende 2015 sind die Britischen Streitkräfte von hier abgezogen. Bereits zwei Jahre später waren die ersten Studenten der Fachhochschule für Finanzen (HSF) hier eingezogen. Die HSF bleibt zumindest bis 2027 auf dem Campusgelände.

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Da hat die Geschäftsführung der Stadtentwicklungsgesellschaft mehr versprochen, als sie am Ende halten konnte. Von einem begehbaren 1:1-Modell war die Rede, das im Rahmen der Städtebauförderung auf dem Stiftberg präsentiert werden sollte. So mancher Besucher hat sich aber in Höhe der ehemaligen Lister-School bereits gefragt: „War das schon alles?“ Im Eingangsbereich gab es die Informationstafeln, die über die Entwicklung des Bildungscampus informiert haben. Auf einer Schautafel standen auch Hinweise zur künftigen Bepflanzung. Aber schon an den dünnen Farbstrichen auf dem Boden, die Beete, Bäume und Sitzbänke markieren sollten, gingen viele Besucher vorbei, weil sie nicht wirklich wahrgenommen wurden. Lediglich der Schriftzug „Neue Treppe“ und „Rampe“ fiel ins Auge. Dass Präsentationen unter Corona-Bedingungen nicht einfach sind, ist selbstredend. Nach der Ankündigung durfte aber mehr erwartet werden. Ralf Meistes

Auch über die umfangreichen Sanierungsarbeiten des ehemaligen Casinos sowie weiterer Gebäude wurde informiert. Auf der Schautafel zum Begrünungskonzept erfuhren die Besucher, dass das Herzstück des neu gestalteten Geländes das Campusforum werden soll. Auf der Freifläche gegenüber der ehemaligen Briten-Kita soll ein Aufenthalts- und Kommunikationsraum geschaffen werden. Geplant sind unter anderem 20 Meter lange Sitzbänke in der Mitte des Forums. Das Gelände soll außerdem durch Pflanzbeete geprägt sein, die aus einer Mischung aus Stauden und Gräsern bestehen. Rund um das Gebäude A wiesen am Samstag bunte Markierungen auf die künftige Platzierung der Beete hin.

Auf einer weiteren Tafel wurde über die künftige Bepflanzung informiert. So sollen hier unter anderem Hohe Goldgabe, Weicher Frauenmantel und Großkelchiges Johanniskraut blühen sowie Rutenhirse und Mexikanisches Federgras wachsen. Zu dem Bäumen, die gepflanzt werden, zählen Vogelkirsche, Feldahorn und Amerikanischer Amberbaum.

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