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Hochschule für Kirchenmusik in Herford: Studierende schreiben Brief – Standortgipfel mit allen Parteien

Warnung vor der „Katastrophe“

Herford (WB)

Der Verlust des Hochschulstandortes Herford wäre eine „Katastrophe für die Kirchengemeinden der Region“: Mit deutlichen Worten sprechen sich die Studierenden aus Herford in einem offenen Brief gegen Planungen der Landeskirche aus.

Hartmut Horstmann

Bleibt die Hochschule für Kirchenmusik in Herford? Die Studierenden verweisen in einem Brief auf die Vorteile eines Verbleibs. Sie sind für eine Fusion mit der Pop-Akademie Witten, sehen bei einem Umzug nach Bochum den Fachbereich Klassik gefährdet.

Die Pläne sehen bekanntlich eine Zusammenführung der klassischen Kirchenmusik (Herford) und der Pop-Akademie (Witten) in einem Neubau in Bochum vor. Mit dem Thema haben sich gestern Vertreter der Hochschulstandorte und der Landeskirche beschäftigt. Auch Superintendent Olaf Reinmuth nahm an dem Standortgipfel, der als Zoom-Konferenz erfolgte, teil. Es seien Argumente ausgetauscht worden, eine Entscheidung gebe es noch nicht, sagt Andrea Rose, Pressesprecherin der Landeskirche.

In dem anfangs zitierten Offenen Brief sprechen die Studierenden auch den an sie gerichteten Vorwurf an, es gehe ihnen nicht um sachliche Argumente, sondern um die emotionale Bindung zum Campus in Herford: „Wir, die wir heute in Herford studieren, wären von einer möglichen Umsiedlung gar nicht unmittelbar betroffen, da wir bis dahin unser Studium abgeschlossen haben.“

Sie setzen sich für eine Zusammenführung der beiden Bereiche am Standort Herford ein, denn der Campus an der Parkstraße biete ideale Voraussetzungen: „Es gibt genug Platz, erprobte Räumlichkeiten und die umfangreiche Unterstützung der Gemeinden aus dem Kirchenkreis Herford und seiner Nachbarn.“

Die Verfasser sehen bei einem Umzug nach Bochum die Gefahr, dass das Institut (weniger als 80 Studenten) an der Evangelischen Hochschule (mehr als 2000) zu einem bloßen Anhängsel wird. Dabei sei die Hochschule Herford-Witten das größte kirchenmusikalische Institut in Deutschland.

Bei einem Verbleib in Herford wäre bei einer Fusion eine bauliche Erweiterung notwendig. Die vorhandenen Räume bezeichnen die Briefschreiber als „bedeutsame Ressourcen“. Hinzu komme die Infrastruktur: „Die Herforder Gemeinden stellen uns Kirchen und Orgeln für den Unterricht zur Verfügung und ermöglichen uns Konzertveranstaltungen.“

Jetzt besteht aus Sicht der Studenten die Chance, „Herford um ein spannendes und neues kulturelles Angebot zu erweitern“. In Witten sei gezeigt worden, was man in kurzer Zeit aufbauen könne. Diese Begeisterung würde auch in Herford auf fruchtbaren Boden fallen und zudem der Stärkung des ländlichen Raumes helfen. Der Umzug hingegen würde eine „unermessliche Verarmung desGemeindewesens in und um Herford bedeuten“, sind sich die Verfasser sicher.

Dabei geht es auch um die Zukunft der Kirchenmusik. Diese brauche Klassik und Popularmusik. Die Befürchtung: „Wir sehen den Fachbereich Klassik durch die Möglichkeit einer Umsiedlung nach Bochum gefährdet und sind entschieden, dass der damit verbundene Kulturverlust in Westfalen und darüber hinaus nicht gewollt sein kann und darf.“

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