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„Freunde der NWD“ äußern sich zur Diskussion um die Zukunft des Schützenhofs Herford

Was für einen Neubau spricht

Herford (WB)

Die Zukunft des Stadttheaters und des Schützenhofs wird die Herforder Politiker in den nächsten Monaten beschäftigen. Ein Neubau für NWD-Konzerte und Theateraufführungen an der Stelle des heutigen Stadttheaters steht zur Diskussion. Hierzu äußern sich die „Freunde der NWD“.

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Die Nordwestdeutsche Philharmonie Herford 2019 bei einem Schülerkonzert im Schützenhof. Foto:

Dabei geht es auch um die Nutzung des Schützenhofs, die über die Abo-Konzerte weit hinausgehe: „Alle, die den Eindruck erwecken möchten, dass es sich bei einem neuen Gebäude um teure, tote Steine handelt, in in denen an zehn Abenden pro Jahr das Licht angeschaltet wird, haben sich noch nie mit dem Thema auseinander gesetzt.“

Konkret bedeute das: „Die Nordwestdeutsche Philharmonie spielt zwischen 30 und 35 Konzerten im Jahr in Herford: zehn Abonnementkonzerte, fünf Kammerkonzerte, mindestens acht bis zehn Kinder- und Jugendkonzerte, Philharmonic Open und Sonderkonzerte, ferner Lehrer-Workshops. In den Arbeitsräumen des Orchesters gehen täglich 50 bis 75 Musiker ein und aus.“

Die Proben des Orchesters seien sehr gut besucht, heißt es weiter. Die Frequenz im Gebäude wäre deutlich höher, wenn es „Übe-Räume“ gäbe, so die Freunde der NWD: „Diese Räume müsste die NWD arbeitsrechtlich den Musikern zum individuellen Üben zur Verfügung stellen. Diese Räume gibt es im Schützenhof nicht.“

Hinsichtlich der Kosten heißt es: „Das Land NRW stellt über 30 Millionen Euro für eine neue Heimat des Landesorchesters zur Verfügung, vom Bund gibt es einen Zuschuss in identischer Höhe.“

Natürlich könne man diese Zuschüsse verfallen lassen und den Eigenanteil der Stadt Herford in zwei Bestandsgebäude stecken, so der NWD-Freundeskreis, der auf die gute Auslastung des Theaters verweist: „Das Theatergebäude wird nach einer Sanierung aus Brandschutzgründen einen Teil seiner Plätze verlieren. Nach der Sanierung ist mit höherem Zuschussbedarf zu rechnen, weil weniger Menschen Platz finden.“

DerSchützenhof böte nach Ansicht der NWD-Freunde „auch nach der tollsten aller denkbaren Sanierungen keinen Platz für eine Verbesserung der Arbeitssituation des Orchesters.“ Die angedachte Sanierung für etwa 15 Millionen Euro behebe nur die drängendsten Probleme.

Abschließend verweisen die NWD-Freunde auf Synergie-Effekte, die sich aus einer Zusammenlegung kultureller Bereiche ergeben können: „Ein Beispiel, wie dank einer neuen Halle Kultur zum Thema für alle wird, ist die Sage Hall in Gateshead. Die machen in dem Gebäude die wildesten Sachen (Ukulele-Kurs für Senioren zum Beispiel) – und es spielt auch das Symphonie Orchester dort.“ Insgesamt verzeichne die Sage Hall zwei Millionen Besucher pro Jahr.

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