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Nach 62 Jahren: Brite sucht Herforder Jugendfreundin

Was wurde eigentlich aus Rosa?

Herford (WB). Mehr als 60 Jahre ist das alles nun her. Doch Michael Brodie denkt immer noch an seine Jugendfreundin Rosa. Als Soldat war der Brite in den 50er Jahren in Herford stationiert. Mittlerweile ist er 82 und möchte wissen: Was ist aus Rosa geworden?

Bernd Bexte

Michael Brodie ist mittlerweile 82 Jahre alt. Das Foto zeigt ihn bei der Hochzeit seiner jüngsten Tochter Emma im Juli 2017. Foto:

»Wunderbare Erinnerungen verschwinden einfach nicht, ich habe schöne Erinnerungen an Rosa, ihre Familie und die schöne Landschaft Westfalens«, hat sich Brodie jetzt in bestem Deutsch an das HERFORDER KREISBLATT gewandt. Er lebt in der mittelenglischen Kleinstadt Droitwich Spa, knapp 40 Kilometer südlich von Birmingham. Nach seiner Militärzeit in Deutschland war er in seiner englischen Heimat als Landwirt tätig. Dort gründete er auch ein Familie. Vier Kinder und zehn Enkelkinder gehören dazu.

»Nach dem Verlust meiner Frau habe ich mich aber vor 17 Jahren aus der Landwirtschaft zurückgezogen.« Und mit dem Alter kommen die Erinnerungen hoch. »Ich frage mich, was für ein Leben Rosa hatte?«

»Gastfreundschaft war unübertroffen«

Als junges Mädchen hatte er sie kennengelernt. Brodie war von Januar 1956 bis Juni 1957 in Deutschland stationiert, zunächst in den Birdwood Barracks in Bünde-Holsen, nach wenigen Monaten dann in Herford. »Dort war ich in der Hammersmith-Kaserne untergebracht und arbeitete in den Wentworth Barracks.«

Rosa habe damals mit Ihren Eltern in Vlotho gewohnt, weiß er noch, ihre verheiratete Schwester allerdings in Herford. Er habe Rosas Familie häufig besucht und sei für gelegentliche Wochenendausflüge bei ihnen geblieben. »Ich bin damals mit der Kleinbahn von Herford nach Vlotho gefahren.« Ihr Vater habe für den Gemeinderat oder den Kreistag gearbeitet. »Er brachte mich am Montagmorgen nach Herford zurück. Ich fuhr auf dem Sozius seines Motorrads.« Die Zeit mit ihnen, fern der englischen Heimat, sei sehr angenehm gewesen. »Sie behandelten mich als einen der Familie, ihre Gastfreundschaft war unübertroffen«, schwärmt Brodie.

Gemeinsam in England

Zum Ende seiner Militärzeit habe er sich überlegt, mit Rosa in Herford sesshaft zu werden. Deutsch hatte er bereits in der Schule gelernt. Dann sei Rosa allerdings mit ihm zunächst für ein paar Monate nach England gegangen. »Doch dann gingen wir wieder unsere eigenen Wege«, erinnert er sich.

Jetzt, im Herbst seines Lebens, möchte Michael Brodie aber noch einmal Kontakt zur Rosa aufnehmen und erfahren, wie es ihr ergangen ist. »Ich frage mich, ob einer Ihrer Leser die Familie an meinen wenigen Angaben erkennen kann«, hat er sich nun an diese Zeitung gewandt.

Wer sich mit Michael Brodie in Verbindung setzen möchte, schreibt ein Mail an herford@westfalen-blatt.de oder meldet sich unter Tel. 05221/590811.

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