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„Dekorative Malerei“: Neue Ausstellung in der Treppenhaus-Galerie wird am Freitag eröffnet

Weizenfeld will Freude schenken

Herford (WB). Alle Museen verlängern, der Verein Kulturbeutel eröffnet. Und zeigt dabei qualitativ gute Kunst, wie der Maler Weizenfeld betont. „Gute Kunst“ – damit meint er in aller gebotenen Bescheidenheit sich selbst. Denn der Herforder spricht über seine neue Ausstellung in der Treppenhaus-Galerie im Elsbachhaus.

Hartmut Horstmann

„Netzwerk-Gerinnsel”: Beim Arbeiten für die Ausstellung merkte Weizenfeld, wie schwierig es ist, komplett gegenstandslos zu malen. Foto:

„Etwas Erbauliches schaffen”

„Dekorative Malerei“ heißt die Präsentation, die am Freitag, 14. August, um 19 Uhr eröffnet wird. Die Idee, die Ausstellung in dieser Form zu realisieren, gehört zu den typischen Weizenfeld-Geschichten. Sie beginnt mit dem von ihm sehr geschätzten Herr Kasner. Dieser habe gesagt, einige Mitarbeiter empfänden manche Treppenhaus-Ausstellung als „Frustrationsschleuse“. Da die von Kasner geleitete WWS ihren Sitz im Elsbachhaus hat, machen die Kollegen unweigerlich Bekanntschaft mit der Treppenhaus-Kunst.

Weizenfeld, bekannt für sein großes Herz, zog aus der Frustrationsgefahr der Mitarbeiter Konsequenzen: „Mein Ziel war es, etwas Erbauliches zu schaffen.“ Ob ihm dies stimmungsmäßig gänzlich gelungen ist, darf bezweifelt werden. Aber: Dem Anspruch, qualitativ gute Kunst zu liefern, wird der 67-Jährige gerecht.

Ein Bild für Peter Green

Weizenfeld kann es einfach – und die Wände des Treppenhauses kommen seinen großformatigen Arbeiten entgegen. Er wisse, dass der Begriff „dekorativ“ oft abwertend gebraucht werde. Aber das sei nicht sein Ansatz.

Dass er seinen Positiv-Anspruch nicht auf allen vier Etagen erfüllen kann, räumt der Künstler bereits ganz oben ein. „Confession the Blues“ heißt der Titel der Arbeit. Indische Baumwolle dient als Malgrund, die Motive erinnern an Tränen. Wahrlich kein Happy-Weizenfeld – und als dann noch der von ihm geliebte Gitarrist Peter Green starb, geriet der Maler an den Rand einer depressiven Verstimmtheit: „Dieses Bild habe ich daher Peter Green gewidmet.“

„Malen ist Erlösung”

Auf vier Etagen finden sich jeweils vier Doppelbilder – wobei Weizenfeld merkte, wie schwierig es ist, gegenstandslos dekorativ zu malen. Je länger er ein Bild betrachtete, desto stärker drängten sich ihm Motive auf, die er zu entdecken glaubte. So kam eine farbenfrohe Erinnerung an seine Hippiezeit zu dem Titel „Biotop“.

„Ich zeige Euch meine Wunden“ heißt die Doppelarbeit auf der untersten Etage – vom Titel her auch nicht unbedingt karnevalsverdächtig. „Aber Malen ist für mich eine Erlösung“, sagt der Künstler. Daher sei auch dieses Bild positiv zu verstehen.

Die Ausstellung in der Treppenhaus-Galerie, die am Freitag eröffnet wird, ist bis zum 17. Oktober zu sehen. Veranstalter ist der Verein Kulturbeutel.

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