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Kreis stellt 100.000 Euro bereit und hilft in bislang 27 Fällen

Wenn Corona zur Not führt

Herford (WB). Corona hat so manche Bürger finanziell aus der Bahn geworfen. Der Kreis hatte deshalb vor der Sommerpause ein Hilfsprogramm mit einem 100.000-Euro-Budget für Bedürftige aufgelegt. Sozialdezernent Norbert Burmann zieht jetzt eine erste Bilanz: In 27 Fällen wurde bislang mit insgesamt gut 17.250 Euro geholfen (Stichtag 6. August).

Bernd Bexte

Wegen Kurzarbeit stehen viele Menschen finanziell unter Druck. Foto:

Allerdings sind die Empfänger bislang ausschließlich Privatpersonen. „Es ist noch kein Antrag von Institutionen beim Kreis eingegangen“, sagt Burmann. Diese könnten die Hilfen aber auch in Anspruch nehmen.

Bei den Einzelfallhilfen handelt es sich um einmalige, nicht rückzahlbare Zuwendungen. Einzelpersonen erhalten bis zu 500 Euro, Familien und Alleinerziehende bis zu 1.500 Euro. „In begründeten Fällen“ könne dies aber auch mehr sein, es würden auch mal Gutscheine für den Einkauf in Geschäften der Wahl ausgegeben. „Auslöser für finanziellen Notlagen sind häufig Kurzarbeit und/oder der Wegfall von Mini-Jobs“, erläutert Burmann. Dies habe in vielen Fällen zu Mietschulden geführt. In Absprache mit den Betroffenen seien sie in der Regel direkt an den Vermieter überwiesen worden.

Auch Anträge abgelehnt

Es gebe aber auch andere Engpässe: „Eine sechsköpfige Familie muss mit einem festkalkulierten Budget auskommen: Durch Kurzarbeit gerät das Konstrukt ins Wanken, so dass die kaputte Waschmaschine nicht ersetzt werden kann.“ Eine andere Familie muss sich als Hartz-IV-Aufstocker durchschlagen: „Die Mutter hat für alle drei Kinder gebrauchte Fahrräder, Gesellschaftsspiele und Bastelmaterialien gekauft.“ Eine andere kauft für den Online-Unterricht der Kinder einen Drucker und Schreibmaterialien.

In der Regel werden die Leistungen auf das Konto der Betroffenen überwiesen, in Einzelfällen werden Rechnungen direkt beglichen (Kauf auf Rechnung). „Einige Anträge mussten abgelehnt werden, weil die Notlagen nicht unmittelbar durch die Corona-Krise verursacht wurden“, erklärt Burmann. In diesen Fällen erhielten Betroffene das Angebot einer weiteren Begleitung, um Ansprüche an anderer Stelle geltend zu machen. Für die Anträge von Privatpersonen sind die heimischen Wohlfahrtsverbände zuständig. Letztlich ausgezahlt wird das Geld vom Diakonischen Werk im Kirchenkreis Herford.

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