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Voßmerbäumer (CDU) hält Angebot für nicht optimal – Stadt und SWK sehen keinen Handlungsbedarf

Wenn der Mülleimer überquillt

Herford (WB). „Für mich fängt Klimaschutz damit an, dass wir unseren Müll nicht auf den Straßen liegen lassen“, sagt Meike Voßmerbäumer. Daran halten sich aber viele nicht. Deshalb dringt die CDU-Ratsfrau darauf, die Ausstattung mit Mülleimern im öffentlichen Raum zu verbessern

Bernd Bexte

In der Stadt gibt es etwa 550 öffentliche Mülleimer. Reicht das? CDU-Ratsfrau Meike Voßmerbäumer hält eine Überprüfung für sinnvoll. Die Stadt verweist darauf, dass bei Bedarf neue Standorte hinzukämen, wie hier am Gehrenberg. Foto: Moritz Winde

In ihrem Wahlkreis (Hellerweg, Schobeke, Kirschengarten, Ahmser Straße) gebe es nur noch wenige städtische Mülleimer. „An vielen Bushaltestellen wie an der Lockhauser Straße oberhalb beim Aldi, an den zwei Bushaltestellen an der Schobeke und an der Fichtestraße gegenüber dem Wichernhaus und an der Ahmser Straße sind keine Mülleimer mehr vorhanden.“

Doch was passiere, wenn der Fußgänger mit seinem Hund Gassi geht und der sein Geschäft erledigt hat, Kinder oder Jugendliche sich noch schnell was zu trinken kaufen oder Wartende noch schnell ein Brötchen an der Bushaltestelle essen? „Sie alle verursachen Müll, haben aber keine Chance, diesen zu entsorgen“, meint Voßmerbäumer. Deshalb lande er dann häufig in den Vorgärten, auf dem Bürgersteig oder auf den Wiesen.

Leerung kostet 100.000 Euro pro Jahr

Die Mülleimerleerung sei teuer und viele verwendeten die Tonnen auch, um ihren Haushaltsmüll zu entsorgen. „Meiner Meinung nach sollten die einzelnen Bezirke einmal überprüft und die Mülleimerverteilung überarbeitet werden.“ Und damit künftig niemand die Behältnisse missbrauchen könne, um seinen Hausmüll zu entsorgen, wäre es hilfreich, nur Behälter mit kleinen Einwurflöchern zu verwenden.

Die SWK, die für Aufstellung und Leerung der Behälter zuständig ist, sieht keinen Handlungsbedarf. „Wir haben zuletzt nirgends in der Stadt Mülleimer abgebaut“, sagt Uwe Friedrich, zuständiger Leiter für Abfallbeseitigung und Straßenreinigung. Im Stadtgebiet seien etwa 550 Mülleimer montiert. Deren Leerung koste jährlich 100.000 Euro. Die Standorte veränderten sich. Bei Bedarf kämen neue hinzu: „Etwa wenn eine neue Bushaltestelle eingerichtet wird oder gelegentlich auch mal, wenn uns Anlieger auf besondere Brennpunkte aufmerksam machen, montieren wir neue Behälter.“

„Oft wird Hausmüll entsorgt“

Daniela Rönn, Leiterin der städtischen Bauverwaltung, nennt ein konkretes Beispiel: „Vor der Back-Factory am Gehrenberg wurden vor etwa einem Jahr Mülleimer montiert, da die in der Umgebung immer voll waren.“ Aktuell sieht auch sie keinen Anlass, flächendeckend die Versorgung mit Mülleimern zu überprüfen.

SWK-Mann Friedrich teilt jedoch eine Beobachtung von CDU-Ratsfrau Voßmerbäumer: „In immer mehr Behälter werden Tüten mit Hausmüll gestopft.“ Es sei allerdings schwierig, die Verursacher zu überführen.

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