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Dr. Alexander Petrovitch hat als neuer Chefarzt am Klinikum viel vor

»Wir sind die Drehscheibe im Klinikum«

Herford (WB). Als »Drehscheibe des Klinikums« bezeichnet Dr. Alexander Petrovitch (56) seinen Fachbereich, die Radiologie. »80 Prozent der Patienten im Krankenhaus kommen zu uns«, betont der Chefarzt der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie und Neuroradiologie. Und diese Drehscheibe erhält momentan ein neues Zentrum.

Ralf Meistes

Seit dem 1. August ist Dr. Alexander Petrovitch Chefarzt der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie und Neuroradiologie des Klinikums. Foto: Ralf Meistes

Umbau im laufenden Betrieb

Zwischen sechs und sieben Millionen Euro nimmt das Klinikum Herford in die Hand, um die Radiologie zu modernisieren. Derzeit müssen sich Dr. Petrovitch und sein Team mit 600 Quadratmetern bescheiden, auf denen gearbeitet wird. Nach dem Umbau, der Ende 2020 abgeschlossen sein soll, sind es weitere 500 Quadratmeter. Eine Herausforderung auch für Arne Christian Winter vom Baumanagement des Krankenhauses. Denn der Umbau erfolgt im laufenden Betrieb. Gerade vor dem Hintergrund der Hygienevorschriften keine leichte Aufgabe.

Nach Abschluss der Arbeiten »exzellent ausgerüstet«

Mit Blick auf die aktuelle Lage sei man teils gut, teils aber auch nicht so gut aufgestellt, sagt Dr. Petrovitch, der seit dem 1. August Chefarzt am Klinikum ist. Nach Abschluss der Umbauphase sei man bei der technischen Ausstattung allerdings exzellent bestückt. Denn dann wird neben zwei Geräten der Ma­gnet­re­so­nanz­to­mo­gra­phie (MRT) und einem CT-Gerät (Computertomograph) auch noch ein Spectral-Computertomograph stehen. »Der ist dann bundesweit wohl der einzige in einem kommunalen Krankenhaus«, erklärt Dr. Petrovitch.

Noch etwas länger als diese eineinhalb Jahre Umbauphase wird es vermutlich dauern, bis auch die Abläufe in der Radiologie so sind, wie sich der leitende Mediziner das vorstellt. Er, der zuvor viele Jahre Chefarzt der Interventionellen Radiologie und Neuroradiologie der Zentralklinik Bad Berka (Thüringen) war, tritt mit einem klaren Konzept an.

»Das können wir schneller«

Sobald ein Patient mit einem Befund im Krankenhaus eingeliefert wird, soll es nicht mehr zwei Wochen oder länger dauern, bis eine abschließende radiologische Diagnose vorliegt. »Das können wir schneller«, verspricht der neue Chefarzt.

In Zusammenarbeit mit den anderen Fachbereichen soll vieles in der Radiologie entschieden werden. Veränderungen soll es jedoch nicht nur im Gebäude, sondern auch beim Personal geben. Laut Plan müsste es im Fachbereich von Dr. Petrovitch 46 Mitarbeiter geben. Tatsächlich fehlen jedoch Oberärzte, Assistenzärzte und auch Mitarbeiter im Medizinisch-Technischen-Dienst.

»Es gibt Lücken im Personalbereich«

Zwei Oberärzte, die Dr. Petrovitch noch von seiner alten Stelle kennt, werden ihm bald nach Herford folgen. »Es gibt noch Lücken im Personalbereich«, sagt Petrovitch.

Neben der Klinik ist der 56-Jährige beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung in Berlin-Brandenburg als Fachgutachter und Experte für Interventionelle Verfahren beschäftigt. In dieser Funktion prüft er auch Krankenhäuser – allerdings nicht in Nordrhein-Westfalen.

»Man muss sich die Begebenheiten ganz genau ansehen«

Auch zur jüngsten Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Krankenhauslandschaft in Deutschland hat Dr. Petrovitch eine dezidierte Meinung. Ja, es gebe zu viele Krankenhäuser in Deutschland, allerdings könne man nicht einfach sagen, dass alle Häuser mit weniger als 600 Betten geschlossen werden sollten. »So eine Forderung halte ich für Populismus. Man muss sich die Begebenheiten vor Ort schon ganz genau ansehen«, fordert der Mediziner.

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