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Zukunft der Gemeinden Thema der Kreissynode – Gäste aus Indonesien

»Wissen ungefähr, wo der Weg hingeht«

Herford (WB). Vor genau 200 Jahren wurde der Evangelische Kirchenkreis Herford gegründet. Auf der Kreissynode am Freitag und am Samstag aber spielte die Vergangenheit nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr richteten die 140 Synodalen im Lutherhaus ihren Blick auf die Zukunft der 25 Kirchengemeinden und ihrer etwa 112.000 Mitglieder im Kirchenkreis Herford.

Stefan Wolff

Pfarrer Johannes Beer (von links), Superintendent Michael Krause und die indonesischen Gäste Pfarrerin Leistori Sembiring, Pfarrer Krismas Barus, Superintendent Pfarrer Riyal Ginting und Bürgermeister Pribadi Perangih-Angin tauschten sich auf der Kreissynode aus. Foto: Stefan Wolff

Suche nach einer Idee

»Es ist die Suche nach einer Idee, wie wir als Synode zu einer Vorstellung kommen, wo die Reise hingeht. Dazu gehört die Einsicht, dass Veränderungen anstehen, weil die Umstände es erfordern«, stellte Superintendent Michael Krause in seinem Bericht fest. Die anschließende Diskussion empfand Krause als sehr positiv: »Noch wissen wir nur ungefähr, wo der Weg hingeht, die Bereitschaft aber ist da.«

Schwindende Mitgliederzahlen

Der Kirchenkreis müsse den Gemeinden einen stabilen Rahmen geben, die Gemeinden aber würden selber entscheiden, welche Chancen ihr Quartier ihnen bieten würde. Die Zukunft hochzurechnen, wie es früher üblich war, würde nicht mehr funktionieren. Aufgrund schwindender Mitgliederzahlen, weniger Personal und geringeren Mitteln werden die Zeiten schwieriger für die Gemeinden. »Aber die Lust ist da, zu sagen: Wir geben kein Gelände verloren. Es ist sehr viel Power da«, war sich Michael Krause sicher.

Was es alles im Kirchenkreis gibt

In Arbeitsgruppen setzten sich die Synodalen mit verschiedenen gesellschaftlichen Themen auseinander, die die Kirche derzeit bewegen. So beschäftigten sie sich unter anderen mit der Ehe- und Lebensberatung sowie mit der Seelsorge Ausbildung für Ehrenamtliche. »So sollen die Synodalen erfahren, was es im Kirchenkreis so gibt«, sagte der Superintendent.

Musik in Kitas

Beispielsweise wäre vielen unbekannt, was die Gehörlosenseelsorge im Kirchenkreis, für die Pfarrer Christian Schröder zuständig sei, tun würde. »Es ist nur ein kleiner Kreis von Gehörlosen, den es ohne Gebärden sprechenden Seelsorger nicht geben würde.« Ein weiteres Thema war das Projekt »Musik in Kitas«, das der Kirchenkreis gemeinsam mit der Evangelischen Pop Akademie Witten im vergangenen Jahr gestartet hatte.

Karl Fordemann verabschiedet sich

Abschied von der Kreissynode nahm Karl Fordemann. Das Mitglied des Kreissynodalvorstands wird gemeinsam mit seiner Frau Sabine nach Bayern ziehen. Auch für Wolfgang Rußkamp war es die letzte Kreissynode. Der Leiter des Amts für Jugendarbeit des Kirchenkreises tritt im Herbst nach 37 Jahren die passive Altersteilzeit an. Gäste der Kreissynode waren Vertreter der protestantischen Karo-Batak Kirche, die eine Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Herford verbindet, und des Kirchenkreises Sinabun aus Indonesien. Sie schilderten den Synodalen, wie sie Bauern helfen, deren Existenz von einem aktiven Vulkan bedroht ist.

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