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In diesem Jahr 50. Geburtstag – Es geht um Kosteneinsparung

Wohin steuert die Musikschule?

Herford (WB). Festangestellte oder Honorarkräfte? Diese Frage wird sich bei der Städtischen Musikschule in den nächsten Jahren zunehmend stellen. „Denn wir haben ein hohes Durchschnittsalter, so dass eine Reihe von Mitarbeitern in den Ruhestand gehen wird“, sagt Leiter Thomas Steingrube. Sorgen, dass Unterricht ausfällt, müsse sich derzeit aber niemand machen: „Alle Schüler erhalten eine Fortsetzung des Unterrichts.“

Hartmut Horstmann

Thomas Steingrube haut in die Tasten, während Lena Larissa Senge singt. Die 26-Jährige, die die Musikschule auch als Schülerin kennt, leitet den Musical-Chor als freiberufliche Kraft. Eine freigewordene feste Stelle wird durch Honorarkräfte aufgefangen. Foto: Horstmann

Eine Stelle nicht besetzt

Anlass für Steingrube, mit der Unterrichtsgarantie an die Öffentlichkeit zu gehen, ist das geplante Musical zum 50. Geburtstag der Musikschule. So wird die studierte Jazzsängerin und Gesangspädagogin Lena-Larissa Senge als freiberufliche Kraft den Chor leiten. Der Musikschulleiter weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Stelle, die bisher Doris Benecke bekleidet hat, erst mal nicht besetzt wird.

Benecke unterrichtete die Fächer Gesang, Chorleitung und Klavier. Aufgefangen werde dies mit Honorarkräften. Lara Venghaus habe die Leitung des Vokalensembles übernommen, Juri Artamonov den Bereich Klavier. Anders sieht es aus im Fall Stephan Buhes (2/3 Stelle im Fach Querflöte). Hier wurde mit Irmina Gocek eine Nachfolgerin – wenn auch befristet – eingestellt.

Wege zum Kostensparen

Zur Disposition steht Anfang 2021 auch die Stelle Steingrubes. Denn dann wird der 64-Jährige in den Ruhestand gehen. Die Stelle des Musikschulleiters werde in diesem Halbjahr auf jeden Fall ausgeschrieben.

Etwa 1600 Schüler werden laut Steingrube in der Herforder Musikschule unterrichtet. Und die Nachfrage steige, so der Leiter. Demgegenüber stehen 40 Mitarbeiter, von denen 27 fest angestellt sind: „Allerdings haben viele von ihnen Teilzeitstellen.“ Der Rest verteilt sich auf Honorarkräfte.

Wie es weitergeht, darüber gibt es laut Steingrube noch keine Entscheidung. Die strategische Entwicklung der Musikschule sei noch nicht abgeschlossen, daher sollte die freigewordene Stelle von Doris Benecke vorerst nicht besetzt werden. Das Stichwort heißt Konsolidierung. Und für den Musikschulleiter gibt es vor allem zwei Wege, Kosten einzusparen – vorausgesetzt, man verzichtet auf eine deutliche Erhöhung der Gebühren: „Man kann das Angebot verkleinern oder man kann die Personalkosten senken.“ Steingrube nennt Möglichkeiten, die strategische Planung, die eine Richtung festlegen soll, läuft noch.

Sänger für Chor gesucht

Das Entscheidende für den Leiter ist, dass aktuell das bisherige Angebot fortgesetzt werden kann. Wenn Lena Larissa Senge für den Musicalchor gewonnen werden konnte, dann greifen sie auf eine alte Bekannte zurück. Die 26-Jährige hat vor 15 Jahren erstmals in einem Stück der Musikschule mitgewirkt. Jetzt kehrt sie als Pädagogin zurück. Da Senge in Köln Musikvermittlung studiert, ist nur Blockunterricht am Freitag und Samstag möglich. Etwa zehn Schüler hat der Chor bereits. Wünschenswert wären 20 bis 30 Schüler. Der Unterricht finde alle zwei bis drei Wochen statt, so die Verantwortlichen.

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