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Polizei startet Kampagne »Wegfahren lohnt sich nicht – wegschauen hilft nicht«

Zahl der Unfallfluchten auf Rekordhoch

Moritz Winde

Kurz nicht aufgepasst und schon hat’s gekracht: Immer mehr Verursacher von Bagatell-Unfällen flüchten. Foto: dpa

Herford (WB). Wenn es kracht, drücken immer mehr Verursacher aufs Gaspedal – vor allem bei Blechschäden: Die Zahl der Unfallfluchten im Kreis Herford ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Hauptkommissar Dieter Linnenbeker geht davon aus, dass in diesem Jahr die 1300er-Marke erneut geknackt werde, 2014 seien es 250 Fälle weniger gewesen. »Ich schätze, dass es zudem eine hohe Dunkelziffer gibt.«

Viele »Parkplatz-Rempler«

Das Problem: Die Aufklärung ist meist schwierig. Oft fehlen Hinweise. Deshalb hat die Polizei die Kampagne »Wegfahren lohnt sich nicht – wegschauen hilft nicht« gestartet. Fünf Beamte versuchten am Donnerstag am E-Center Wehrmann an der Goebenstraße, mit den Kunden ins Gespräch zu kommen. Denn fast die Hälfte der Bagatell-Unfälle mit Flucht – 2016 waren es 468 – ereignet sich auf den Parkplätzen von Supermärkten, Fitness-Studios oder Schwimmbädern.

Unfallflucht ist eine Straftat

Oberkommissarin Jennifer Landwehrmeyer betont, dass Unfallflucht kein Kavaliersdelikt sei, auch wenn es nur um ein paar Kratzer im Lack oder eine kleine Beule in der Tür geht. »Das ist eine Straftat.« Wer abhaut, ohne sich um den Schaden zu kümmern, dem drohe eine Geldstrafe von bis zu 1000 Euro und er riskiere den Führerschein sowie den vollen Versicherungsschutz. Die Verkehrssicherheitsberaterin stellt klar: »Das bloße Hinterlassen eines Zettels reicht nicht aus!« Sollte der Besitzer des beschädigten Fahrzeugs nach angemessener Wartezeit nicht zurückkommen, um die Personalien auszutauschen, sollte die Polizei verständigt werden.

Jeder Hinweis kann Ermittlern helfen

Weil sich »Parkplatz-Rempler« allerdings immer häufiger aus dem Staub machen, ist die Polizei auf die Hilfe von Zeugen angewiesen. Stefanie Wehrhahn arbeitet im Verkehrskommissariat und setzt alles daran, die Verursacher ausfindig zu machen. »Wenn ich gar keine Anhaltspunkte habe, ist die Aufklärung natürlich extrem schwierig.« Die Oberkommissarin sagt aber auch, dass kleinste Hinweise Gold wert sein könnten. »Das kann ein Teil des Kennzeichens oder die Farbe des Autos sein. Alles kann weiterhelfen.« Ihr Appell: »Schauen Sie nicht weg! Auch Sie könnten Oper einer Unfallflucht werden!«

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