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Männer bedrohen Schwimmmeister in Elverdissen – Verein sorgt sich um guten Ruf

Zu viel Ärger: bald Security in Herfords Freibädern

Herford (WB). Polizeieinsatz im Familienfreibad Elverdissen: Am Sonntag sind dort zwei Schwimmmeister bedroht worden – sogar mit dem Tod. »Sie hatten große Angst«, sagt Betriebsleiter Markus Diering. Jetzt soll ein Sicherheitsdienst in den beiden Herforder Bädern für Ordnung sorgen.

Moritz Winde

Willkommene Abkühlung: Mehr als 3000 Besucher zählt das Freibad in Elverdissen an heißen Tagen. Am Sonntag ist die Hitze zwei Männern aber offenbar zu Kopf gestiegen. Sie beleidigten das Badepersonal und verursachten einen Polizeieinsatz. Foto: Moritz Winde

Die Situation eskalierte am späten Nachmittag. Zwei Männer im Alter von 19 und 24 Jahren aus Herford sollen dafür verantwortlich gewesen sein. »Sie haben nach meinem Kenntnisstand eine Besucherin auf der Liegewiese belästigt«, sagt Markus Diering. Die 37-jährige Frau und ihr Begleiter (38) wehrten sich, es kam zu verbalen Streitigkeiten.

Die Schwimmmeister verwiesen die Störenfriede aus dem Bad, doch die Männer kamen der Aufforderung nicht nach. Stattdessen pöbelten sie herum und beleidigten die Aufsicht aufs Übelste. »Ich möchte nicht wiedergeben, welche Wörter gefallen sind. Es war respektlos und menschenverachtend«, sagt Markus Diering.

Zu den renitenten Rädelsführern gesellten sich nach und nach weitere aufmüpfige junge Leute. Eine Besucherin, die mit ihrer Enkelin einen schönen Badetag verbringen wollte, erzählt: »Die Gruppe stellte sich äußerst aggressiv gegen das Personal. Es war eine bedrohliche Situation.« Bereits am Mittag sei ihr aufgefallen, dass diese Gruppe sich störend und unangemessen verhalten habe.

In Handschellen abgeführt

Weil sich die Schwimmmeister nicht anders zu helfen wussten, alarmierten sie die Polizei. Mehrere Streifenwagen fuhren zum Freibad nach Elverdissen. »Die Polizisten konnten den Sachverhalt klären. Zwecks Personalienfeststellung wurden die beiden Männer mit auf die Wache genommen«, sagt Polizeisprecherin Simone Lah-Schnier. Sie sollen mit Handschellen abgeführt worden sein. Dem Duo wurde Hausverbot für das Freibad erteilt.

Dr. Ulrich Hart, zweiter Vorsitzender des Freibadvereins, bedauert den Vorfall: »Das Freibad ist uns eine Herzensangelegenheit. Wir haben seit 1995 dafür gekämpft, dass es erhalten bleibt und immer wieder festgestellt, dass es vor allem von Familien mit Kindern sehr gut angenommen wird. Es wäre betrüblich, wenn durch so einen Vorfall ein negativer Ruf entstehen würde, so dass Eltern nicht mehr ohne Bedenken ihre Kinder zu uns ins Bad schicken können.«

Und weiter: Es ist begrüßenswert, dass ein Sicherheitsdienst zukünftig solche massiven Ausschreitungen und Pöbeleien im Vorfeld verhindern soll und Gäste, die es auf Gewalt und Randale abgesehen haben, des Bades verweisen.«

Bad-Betriebsleiter: »Es wird zunehmend aggressiver«

An diesem Samstag steigt das große Sommerfest im Familienbad – noch ohne Security. »Wir arbeiten noch an einem Konzept. Geplant ist, dass ein Sicherheitsdienst in Elverdissen und im Kleinen Feld an besonders heißen und damit sehr gut besuchten Tagen aufpasst. Wir müssen unsere Mitarbeiter und Gäste schützen, leider!«, sagt Betriebsleiter Markus Diering.

Er beobachtet ein zunehmendes Aggressionspotenzial. Es sei unglaublich, was sich die Kollegen täglich anhören müssten. »Die Gesellschaft hat sich verändert. Der Respekt fehlt.«

Der Campingpark Kalletal hat inzwischen die Notbremse gezogen und den öffentlichen Badebetrieb eingestellt. »Wir können den Ansturm neben der hohen saisonalen Arbeit nicht mehr bewältigen. Zudem möchten wir unsere Mitarbeitenden den Streitereien und Beleidigungen, die damit verbunden sind, nicht länger aussetzen«, schreibt die Geschäftsführung auf der Internetseite.

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