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Verein »Gemeinsam statt einsam« betreut seit 15 Jahren Senioren

Abwechslung im Alltag

Hiddenhausen (WB). Einen dementen Menschen zu betreuen, kann eine echte Herausforderung sein. Umso schöner ist es für die pflegenden Angehörigen, wenn sie ab und zu eine Pause machen können. Der Verein »Gemeinsam statt einsam« hilft dabei – seit genau 15 Jahren.

Karin Koteras-Pietsch

Margret Schönherr, Ingrid Rabe, Erwin Steffen (vorne von links) sowie Vorsitzende Andrea Stroba und Heike Ehlebracht sind Mitglieder des Vereins »Gemeinsam statt einsam«, der sich ausschließlich in Hiddenhausen um Demente kümmert. Foto: Karin Koteras-Pietsch

»Die Menschen freuen sich immer sehr, wenn wir kommen. Jede Woche aufs Neue«, erzählen die Vereinsmitglieder Margret Schönherr, Ingrid Rabe, Heike Ehlebracht und Erwin Steffen. Seit Jahren besuchen sie regelmäßig jede Woche einen dementen Menschen, um den Angehörigen ein wenig Entlastung zu verschaffen, aber auch, um Demente ein Stück weit aus der Einsamkeit zu holen und ihnen Abwechslung im Alltag zu bieten.

Gegründet wurde der Verein »Gemeinsam statt einsam«, der anfangs eigentlich »Netzwerk kleine Hilfen« heißen sollte, im Jahr 2004. Gründungsmitglied Erwin Steffen erinnert sich: »Der Gedanke, der dahinter stand, war, dass die Menschen immer älter werden. Da haben wir den Verein gegründet, der in den ersten Jahren ein reiner Besuchsdienst war. Ehrenamtlich haben wir kranke und einsame Menschen besucht.«

Pflegende Angehörige entlasten

Später tat sich durch Gesetzesänderungen ein neues Feld auf: die Demenz-Betreuung. »Die Gesellschafterinnen mussten entsprechende Kurse belegen und bekamen fortan für die Besuche bei den dementen Menschen eine kleine Aufwandsentschädigung«, erzählt Andrea Stroba, heute Vorsitzende des Vereins. Es ging und geht auch heute noch in erster Linie darum, die pflegenden Angehörigen zu entlasten. »Sie sollen für zwei/drei Stunden in der Woche die Chance bekommen, mal was für sich zu tun, schoppen zu gehen oder sich mit Freunden treffen«, berichtet Stroba über die Ziele des Vereins.

»Und die dementen Menschen haben so auch mal Abwechslung«, erzählen die Vereinsmitglieder. »Wir gehen mit ihnen spazieren, singen zusammen, lesen vor, trinken gemeinsam Kaffee, unterhalten uns und hören meist auch einfach nur zu.« Letzteres, so sagt Stroba, sei eine Grundvoraussetzung für die Besuche bei den Dementen.

Pflegegrad ist Voraussetzung für Besuche

»Wer selbst viel zu erzählen hat, ist bei uns fehl am Platz.« Weitere Voraussetzungen ist die Teilnahme an einem Kurs, der über die Betreuung Demenzkranker informiert. Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Besuches ist ein Pflegegrad.

Der Verein zählt aktuell 95 Mitglieder, davon 34 aktive. Fast alle sind Frauen, nur ein Mann, Erwin Steffen, ist von Anfang an dabei. »Unser Quotenmann«, scherzen die Gesellschafterinnen. 44 Demenzkranke werden derzeit von ihnen betreut, eine Dame wird noch ehrenamtlich besucht. »Der reine Besuchsdienst ist eher ein Auslaufmodell«, hat Stroba festgestellt. Allerdings wäre sie auch dankbar, wenn sich noch Ehrenamtliche für den Besuchsdienst finden würden. Bedarf sei sicherlich da.

In Bezug auf die Besuche bei den dementen Menschen betonen Erwin Steffen und die Gesellschafterinnen, dass man ein Faible dafür haben müsse. »Man muss auf Menschen eingehen und ihnen zuhören können«, sagen sie. Nähere Infos gibt Andras Stroba unter Telefon 05221/964230.

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