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Neuer Imagefilm der Gemeinde wirbt für das Berufsbild Fachkraft für Abwassertechnik

Auszubildende händeringend gesucht

Hiddenhausen (WB). Müllsäcke werden mit der Angel aus dem Klärbecken gefischt, Gewässerproben per Geschmackstest untersucht, Nasenlöcher mittels Wäscheklammer verschlossen – halt Moment, da stimmt doch etwas nicht, oder? Richtig, diese und andere unterhaltsame Szenen stammen aus dem neuen Imagefilm der Gemeinde Hiddenhausen. Diese sucht zum 1. August einen Auszubildenden im Bereich Fachkraft für Abwassertechnik und möchte mit dem Video für das Berufsbild werben.

Sonja Töbing

Jutta Schnitker vom Amt für zentrale Dienste (rechts) und Ausbilder Holger Kenneweg (links) suchen dringend einen neuen Auszubildenden im Bereich Fachkraft für Abwassertechnik. Manuel Kröhn (Mitte) stellte den beiden den gerade fertig gestellten Imagefilm für den Berufszweig vor. Foto: Sonja Töbing

Fachoberschulreife verlangt

„Den Film haben unsere beiden angehenden Verwaltungsfachangestellten Manuel Kröhn und Maren Evertz innerhalb kürzester Zeit gedreht. Sie haben alles alleine organisiert und auch das Drehbuch verfasst“, ist Jutta Schnitker vom Amt für zentrale Dienste stolz auf die Leistung der Auszubildenden. Auch Holger Kenneweg, Ausbilder und Leiter des Baubetriebshofes, findet das Projekt mehr als gelungen: „Das ist mal etwas anderes als die üblichen Imagefilme anderer Städte. Es gibt lustige Szenen, die gerade junge Menschen dazu bringen könnten, sich alles bis zum Schluss anzusehen.“

Kenneweg und seine sechs Mitarbeiter im Klärwerk an der Kirchlengerner Straße hatten zuletzt vor zwei Jahren Unterstützung von einer Auszubildenden. „Die junge Frau hat jedoch leider die Berufsschule nicht geschafft“, berichtet der Ausbilder. Und das sei kein Einzelfall. „Wir erleben immer häufiger, dass die jungen Menschen zwar durchaus gut in der Praxis sind, jedoch im schulischen Bereich große Probleme haben.“ Wichtige Grundkenntnisse in Fächern wie Mathematik, Chemie oder Physik fehlten schlichtweg, sodass ein Scheitern schon vorprogrammiert sei.

„Mit steigender Tendenz“, bedauert Kenneweg. Aus diesem Grund habe die Gemeinde Hiddenhausen das Anforderungsprofil verändern müssen. „War früher noch ein Hauptschulabschluss ausreichend, verlangen wir nun die Fachoberschulreife“, erklärt Jutta Schnitker, die hofft, dass sich bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 22. Februar noch Interessenten für den Ausbildungsplatz melden.

Interesse an Umwelt und Technik

Wichtig für den Berufsweg als Fachkraft für Abwassertechnik sei das Interesse an Umwelt, Naturwissenschaften und Technik, ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein sowie technisches Verständnis und handwerkliches Geschick. „Die Aufgaben sind sehr vielfältig und spannend. Ob Werkstattbereich, Labor, Elektroarbeiten oder Kläranlagen- und Kanalbetrieb – wer hier bei uns arbeitet, lernt eine Menge und hat im Anschluss an die Ausbildung verschiedenste Möglichkeiten, beruflich weiter zu kommen, sei es als Abwassertechniker oder später als Meister“, betont Holger Kenneweg. Auch ein Studium sei durchaus denkbar.

Ans Herz legen möchte er allen Interessierten, sich vorab während eines Praktikums ein Bild von dem Ausbildungsberuf zu machen. „Wir sind offen für jeden, der zum ,Schnuppern‘ vorbeikommen möchte“, betont der Ausbilder mit einem Augenzwinkern und ergänzt: „So übel riecht es nämlich bei uns auf der Kläranlage überhaupt nicht.“

Übrigens: Die Gemeinde plant noch einen weiteren Imagefilm. „Darin soll es dann um die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten gehen. Wir sind schon sehr gespannt, was sich unsere Azubis dieses Mal alles einfallen lassen“, sagt Jutta Schnitker.

Wer sich das Video mit Manuel Kröhn und Maren Evertz ansehen möchte, findet den Film auf der Internetseite der Gemeinde Hiddenhausen.

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