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60-Jähriger kracht gegen Fassade und schiebt Rentner im Sessel nach vorne

Auto durchbricht Hauswand

Hiddenhausen (WB). Schock zur Mittagszeit: Rolf Rintelmann hat es sich gerade vor dem Fernseher gemütlich gemacht, da gibt es einen Knall. Wenige Augenblicke später reißt die Tapete auf, Backsteine fallen herunter. Der 78-Jährige wird in seinem Sessel nach vorne geschoben. Ein A6 ist ungebremst in die Außenwand gekracht.

Moritz Winde

Bünder Straße, Sonntagmittag: Ungebremst fährt der 60-Jährige in das Eckhaus und beschädigt die Wand. Die Gründe muss die Polizei noch klären. Foto: Moritz Winde

Im Gespräch mit dieser Zeitung schildert der Rentner die Erlebnisse: „Es hat sich angehört wie eine riesige Explosion. Ich hatte nur noch einen Gedanken: bloß weg hier.“ Fluchtartig verlässt er das Wohnzimmer und eilt nach draußen. Was er dort sieht, kann er kaum glauben: Ein schwarzer Audi steht mitten in seinem Vorgarten, Teile der Fassade sind abgebröckelt, der Metallzaun ist durchbrochen.

Rolf Rintelmann sitzt in seinem Wohnzimmer, als das Auto in die Fassade kracht. Hinter ihm ist die aufgerissene Wand zu erkennen. „Ich hatte großes Glück.“ Foto: Moritz Winde

Passiert ist die Kollision am Sonntag gegen 12.45 Uhr auf der Bünder Straße/Ecke Lortzingstraße in Sundern, aus Herford kommend direkt hinter der Bike-Arena Benneker. Weshalb der 60-Jährige die Kontrolle über den fast 300 PS starken Wagen verlor, ist am Unfallort völlig unklar. „Grund dafür könnte ein internistischer Notfall gewesen sein. Wir haben keinerlei Bremsspuren gefunden“, sagte ein Polizist.

Die wichtigste Nachricht ist aber, dass nach ersten Erkenntnissen niemand ernsthaft verletzt wurde. Der 60-jährige Fahrer sei ansprechbar gewesen, habe jedoch unter Schock gestanden. Er sei vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden.

Das Verkehrskommissariat wird in den nächsten Tagen versuchen, die genauen Crash-Umstände zu ermitteln. Dabei wird es vor allem auf die Aussage des Herforders ankommen, der mit seinem Audi in Richtung Hiddenhausen unterwegs war. Wurde ihm schwarz vor Augen? Tippte er auf dem Handy herum? Oder war er anderweitig abgelenkt?

Auch Rolf Rintelmann möchte natürlich gerne wissen, weshalb die Luxuskarosse in seiner Wand einschlug. Der 78-Jährige: „Ich bin fix und fertig. Gut, dass meine Frau das nicht mitbekommen musste.“ Der Rentner darf sein Zuhause zunächst nicht betreten. Einsturzgefahr! „Ein Bau-Sachverständiger muss erst die Statik des Gebäudes überprüfen“, sagte ein Feuerwehrmann des Löschzugs Schweicheln.

Rolf Rintelmann kann sich in dieser Ausnahmesituation großer Unterstützung sicher sein. „Wir haben eine tolle Nachbarschaft.“

Die Feuerwehr ist mit mehr als 20 Kräften am Einsatzort. Foto: Moritz Winde
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