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Lippinghauser Kreis würde sich über neue Mitglieder freuen – Treffen einmal im Monat

Beim Männerfrühstück Freunde finden

Hiddenhausen (WB)

Dieter Tiemann, Pfarrer i.R., geht täglich durch Lippinghausen spazieren. „Und jedes Mal treffe ich jemanden aus unserem Kreis, der mir erzählt, dass ihm die Treffen fehlen“, erzählt Tiemann. Seit 2015 leitet er den Männerfrühstückskreis Lippinghausen, gemeinsam mit seinem Stellvertreter Horst Wellensiek, der sich um alles Organisatorische kümmert.

Karin Koteras-Pietsch

Dieter Tiemann, Pfarrer i.R. (rechts) und Horst Wellensiek leiten den Männerfrühstückskreis Lippinghausen. Über neue Mitglieder würden die Beiden sich sehr freuen. Wann die regelmäßigen Treffen wieder beginnen, können sie noch nicht sagen. Foto: Karin Koteras-Pietsch

Und obwohl vielen Menschen soziale Kontakte sehr wichtig sind und die aktuell mehr fehlen denn je, wundern sie sich, dass „wir in unserem Kreis nur noch 33 Männer sind.“ Und mehr als die Hälfte von ihnen seien über 85, nur ganz wenige unter 80. Ein bisschen neidisch schauen sie auf den Frühstückskreis der Frauen oder den Männerkreis Hiddenhausen. Die hätten mehr als 50 Mitglieder.

„Wir wissen nicht, woran es liegt. Es gibt doch viele Männer, die über 65, in Rente sind und zu Hause rumsitzen. Oder die Witwer, die freuen sich doch immer über Kontakte und Abwechslung“, sagen Wellensiek und Tiemann. Vielleicht, so vermuten sie, hat es etwas mit Kirche zu tun. Aber außer, dass die Frühstücksrunden in der Lippinghauser Kirche stattfinden, habe der Männerfrühstückskreis wenig mit Kirche zu tun. „Bei uns wird nicht gebetet oder gesungen.“ Und am Preis könne es auch nicht liegen. „Wenn die fünf Euro für jemanden zu viel sind, dann laden wir ihn auch gerne ein. Das ist überhaupt kein Problem. Es kommen immer mal wieder Spenden rein“, erzählt Horst Wellensiek.

Möglicherweise, so meint Dieter Tiemann, der mit seinen 69 Jahren zu den jüngsten in der Runde zählt, habe es auch mit der Tendenz in der Gesellschaft, sich nicht mehr so stark zu engagieren, zu tun. Allerdings, so ergänzt Horst Wellensiek (71), gebe es in Lippinghausen ja nicht mal einen anderen Verein. So geben sie die Hoffnung nicht auf. Immerhin habe der Männerfrühstückskreis reichlich Unterhaltung zu bieten.

Da ist zunächst einmal natürlich das Frühstück. Das wird einmal im Monat für jetzt noch vier, demnächst fünf Euro angeboten. „Und anders als in so manchem zu Hause machen die Männer ihr Frühstück selbst. Um den Einkauf kümmert sich Klaus-Werner Feld, für den Service, das Ab- und Aufräumen sind im Wechsel vier Teams zuständig“, erzählt Horst Wellensiek. Da ginge niemand nach Hause, bevor in der Kirche nicht alles wieder blitzblank ist.

Beim Frühstück gibt es keine Sitzordnung. Jeder, der kommt, nimmt einfach an einem der Tische Platz. Meist sind es Zehner-Tische. „Und hier geht es sehr familiär zu“, betont Tiemann. Viele Teilnehmer kennen sich schon aus der Schulzeit, wer neu ist, findet schnell Anschluss. Hier seien schon viele Freundschaften geschlossen worden, wissen Tiemann und Wellensiek. Und zu jedem Frühstück gibt es ein Thema. Referenten sprechen über kirchliche Themen, aber auch über Patientenverfügung, Verkehrsrecht, die Kanalisierung der Gemeinde oder vieles mehr.

Daneben werden auch noch Ausflüge angeboten, zum Beispiel Werksbesichtigungen. Und ganz fest auf dem Jahresprogramm steht auch ein Grillen. „Im vergangenen Jahr hat nicht viel stattgefunden“, blicken Tiemann und Wellensiek zurück. Zweimal hätten sie gefrühstückt und einmal gegrillt. Das war‘s. Und zu Weihnachten haben die Beiden kleine Geschenke an die Mitglieder verteilt.

Und sie haben die Orgelsanierung in der Kirche begleitet. Vor allem Horst Wellensiek hat als Mitglied des Bezirksausschusses ein besonderes Interesse an der Kirche. Er ist verantwortlich, wenn es um Bausachen in der Lippinghauser Gemeinde geht. Auch darüber hat er im Frühstückskreis immer mal wieder etwas zu berichten.

Die regelmäßigen Treffen vermissen alle Mitglieder des Frühstückskreises. Wann immer die beiden Leiter jemanden treffen – es steht immer die Frage nach erneuten Treffen im Mittelpunkt. Die sozialen Kontakte fehlen eben. Wie es weitergehen wird, wissen Dieter Tiemann und Horst Wellensiek noch nicht. Fest steht aber: „Die erste Veranstaltung in 2021 wird ein Grillen sein.“

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