Nach Feuer in alter Kitty-Bar: Brandermittler können nicht nach Spuren suchen – Anzeige gegen Eigentümer

Betreten verboten: Einsturzgefahr!

Herford/Hiddenhau...

Eigentlich wollten die Ermittler der Polizei am Freitagmorgen in der abgebrannten alten Kitty-Bar nach Spuren suchen. Doch das ehemalige Bordell an der Herforder Straße ist akut einsturzgefährdet. Der Schaden geht in die Hunderttausende.

Moritz Winde

Das Dach ist ab: Ein Bagger musste in der Nacht die Metallplatten abziehen, damit die Feuerwehr richtig löschen konnte. Foto: Moritz Winde

„Das Betreten des Gebäudes ist hochriskant“, sagt Polizeisprecher Uwe Maser. Das liegt zum einen an den Auswirkungen des Feuers, zum anderen soll es gravierende bauliche Mängel geben. In der seit Jahren leerstehenden Immobilie schräg gegenüber dem Klärwerk wurde lange gewerkelt – bis der Kreis vor einigen Monaten einen Baustopp verhängte.

Fakt ist, dass die Experten der Polizei unverrichteter Dinge wieder zur Wache fahren mussten. Damit ist weiter unklar, weshalb das einstige Freudenhaus am Donnerstagabend gegen 20 Uhr plötzlich in Flammen stand. Wurde das Feuer gelegt? „Einen konkreten Hinweis haben wir nicht, können es aber auch nicht ausschließen“, sagt Uwe Maser.

Ralf Fleer bekam den Großeinsatz – 100 Feuerwehrleute waren bis zum Morgen im Einsatz – hautnah mit. Der 70-Jährige wohnt im Hof gegenüber. „Als ich die dunklen Wolken vor meinem Fenster sah, dachte ich erst an ein Unwetter.“ Wenig später war jedoch klar: Es war dicker beißender Qualm, der die Werre herunterzog. Ralf Fleers größte Sorge galt den vier Haflingern, die auf der Nachbarwiese grasten. „Die Pferde waren sehr aufgebracht. Hier war ja überall Blaulicht. Und dann der ganze Rauch. Ich habe die Tiere dann schnell hinters Haus gebracht.“

Wie geht‘s jetzt weiter? Der Brandort wurde noch in der Nacht beschlagnahmt und mit Zäunen gesichert. Ein Statiker muss nun prüfen, ob das Haus noch zu retten ist und stabilisiert werden kann oder der Abrissbagger kommen muss. Erst dann kann die Spurensuche wieder aufgenommen werden.

Der Eigentümer, ein Mann aus Schweicheln, zeigt sich im Gespräch mit dieser Zeitung geschockt. Er ist sich sicher, dass in seiner Immobilie Feuer gelegt wurde. „Meine Autos wurden ja auch schon abgefackelt. Ich habe Feinde.“ Nach Informationen dieser Zeitung sollen mehrere Verfahren gegen ihn laufen. Seit Donnerstagabend ist offenbar ein weiteres dazu gekommen. Er soll die Einsatzkräfte vor Ort gestört und beleidigt haben.

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