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Das Klima in Hiddenhausen hat jetzt einen Manager – Johannes Poida setzt sich gegen acht Mitbewerber durch

„Dächer haben noch hohes Solar-Potenzial“

Hiddenhausen (WB)

Im zweiten Anlauf hat‘s geklappt. Die Gemeinde Hiddenhausen hat mit Johannes Poida endlich einen Klimaschutzmanager gefunden. Bürgermeister Andreas Hüffmann und Gemeindeentwicklungsamtsleiter Alexander Graf, Chef von Poida, sind begeistert.

Karin Koteras-Pietsch

Bürgermeister Andreas Hüffmann und Alexander Graf, Leiter Amt für Gemeindeentwicklung, stellen Klimaschutzmanager Johannes Poida (v.l.) vor. Foto: Karin Koteras-Pietsch

Nachdem sich im ersten Bewerbungsverfahren niemand gefunden hatte, hat sich Poida im zweiten Verfahren gegen acht weitere Mitbewerber durchgesetzt. „Es waren seine Kompetenz und sein fachlicher Hintergrund“, nennt Hüffmann den Grund, warum die Wahl auf Poida fiel.

Johannes Poida ist 31 Jahre alt, er lebt mit seiner Frau und seinem vierjährigen Sohn in Schweicheln. Er wuchs in Aachen auf, studierte in Köln Energie und Gebäudetechnik. Seinen Master in Technischem Management machte er in Münster.

Anschließend fand er eine Anstellung bei Energielenker, einem kommunalen Beratungsbüro für Klimaschutzkonzepte in Greven im Münsterland. Sein Schwerpunkt lag dort auf der konzeptionellen Arbeit, es ging um energetische Gebäudebetrachtung. Und dann erfuhr er von der freien Stelle in Hiddenhausen. Da lockte nur nebenbei der deutlich kürzere Weg zum Arbeitsplatz. Hier könne er nicht nur Konzepte erarbeiten, sondern sie gemeinsam mit der Gemeinde auch umsetzen. Früher sei er externer Berater gewesen, heute sei er Teil der Gemeinde, schätzt Poida seinen neuen Arbeitsplatz. Und was die Arbeit mit Kommunen angehe, habe er ja die entsprechende Erfahrung. „Im Hiddenhauser Rathaus ist bislang sehr Sachbearbeiter-bezogen gearbeitet worden. Jedes Amt hat seine eigenen Klimaschutzthemen bearbeitet“, hat Poida schon beobachtet. Er möchte die Themen nun zentralisieren, eine ganzheitliche Betrachtung angehen. „Spätestens seit Fridays for Future wissen wir, dass wir für den Klimaschutz noch mehr tun müssen“, sagte Andreas Hüffmann, als er den neuen Klimaschutzmanager vorstellte.

Aktuell ist Johannes Poida damit beschäftigt, das Rathaus und seine Mitarbeiter kennen zu lernen. In den nächsten Wochen wird ein Klimaschutzkonzept von einem Hannoveraner Büro erarbeitet, für das die Gemeinde die Daten geliefert hat. Hier wird der Status quo erfasst. Mit der Bilanz könne man in Zahlen abbilden, wo die Gemeinde stehe. Auf dieser Basis wird Johannes Poida dann in die Arbeit einsteigen. Größte Stellschrauben, so meint er, seien die Liegenschaften der Gemeinde und die Mobilität. Hier sei am meisten zu erreichen. „Bei den Unternehmen wird es schwieriger, weil die häufig nicht gern ihre Daten rausgeben“, weiß der neue Klimaschutzmanager. Poida möchte zudem am papierlosen Büro arbeiten oder die Menschen von erneuerbaren Energien überzeugen. „Wir müssen die Menschen vom Verbrauch fossiler Energien wegbringen“, sagt Poida.

Wie Bürgermeister Hüffmann schon angedeutet hat, wird Johannes Poida auch an einem Förderkonzept mitarbeiten. Bürger sollen Fördermittel für Photovoltaik-Anlagen oder Solarthermie erhalten. Bislang gebe es nur auf vier Prozent der Dächer Solartechnik. „Da ist noch sehr viel Potenzial“, meint Poida. Er möchte Privatleute und Unternehmen davon überzeugen, hier noch mehr zu tun. Johannes Poida möchte Energie einsparen und etwas für den Klimaschutz tun, wo immer es geht. Er ist dabei, sich mit Kollegen und Fachleuten in den Kommunen des Kreises Herford zu vernetzen. Zudem verschafft er sich einen Überblick über Maßnahmen, die in der Region schon am Start sind. „Vielleicht kann man sich an der einen oder anderen Stelle zusammentun“, hofft Poida.

Die Stelle des Klimaschutzmanagers wird vom Land gefördert und ist auf zwei Jahre begrenzt. Die Förderung setzt voraus, dass Poida Klimaschutzziele bis 2050 erarbeitet. „Aus diesen werden wir dann aber auch kurzfristige Ziele runterbrechen“, erklärt der 31-Jährige, der davon überzeugt ist, dass seine Stelle nach den zwei Jahren fest bei der Gemeinde installiert wird.

Johannes Poida möchte auch Ansprechpartner für Bürger in Sachen Klimaschutz sein. „Ich werden die Menschen an die entsprechenden Energieberater verweisen. Hinweise darauf wird es auch auf der überarbeiteten Homepage der Gemeinde geben. Zu erreichen ist Johannes Poida im Hiddenhauser Rathaus unter der Rufnummer 05221/964244.

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