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Auch bei der Hiddenhausener Gemeindeverwaltung wird von zu Hause gearbeitet – IT-Spezialist sorgt für reibungslose Abläufe

Der Experte fürs Homeoffice

Hiddenhausen (WB)

Corona hat die Arbeitswelt bereits jetzt nachhaltig verändert, Homeoffice ist angesagt. Auch die Mitarbeiter der Hiddenhauser Verwaltung arbeiten seit rund einem Jahr überwiegend von zu Hause aus. Damit technisch alles reibungslos funktioniert, kümmert sich IT-Spezialist Fred Hellmann gemeinsam mit seinen beiden Mitarbeitern Marcel Lorenz und Mirco Grabbe um Hard- und Software.

Sonja Töbing

Fred Hellmann ist IT-Experte im Rathaus Hiddenhausen. Gemeinsam mit seinen beiden Kollegen sorgt er dafür, dass im Homeoffice alles reibungslos funktioniert. Foto: Sonja Töbing

„Sogenannte Tele-Arbeitsplätze haben wir bereits vor der Pandemie angeboten, vorwiegend für ältere Mitarbeiter ab 60 Jahren oder Kollegen mit einer körperlichen Behinderung, doch das wurde kaum in Anspruch genommen“, sagt Fred Hellmann. Er, der sich normalerweise mit seinen zwei Kollegen ein Büro teilt, hat derzeit jede Menge Platz und Ruhe. „Wir wechseln uns hier im Rathaus mit Einzelschichten ab, die anderen machen ihre Arbeit von zu Hause aus“, erklärt der IT-Experte.

Als kurz vor Ostern vergangenen Jahres die ersten Verwaltungsmitarbeiter ins Homeoffice geschickt wurden, gab es nach Auskunft von Fred Hellmann verschiedene Optionen: „Wer daheim über einen guten PC verfügt, erhielt von uns die Einwähldaten für die Software. Allerdings mit dem Nachteil, dass dann auch der jeweilige Rechner hier im Rathaus eingeschaltet werden muss.“

Seitens des Kommunalen Rechenzentrums in Lemgo habe es nach anfänglichen Startschwierigkeiten aufgrund der vielen zeitgleichen Anfragen kaum Probleme mit der Umstellung auf die Heimarbeit gegeben: „Das ist erstaunlich schnell gegangen“, betont Hellmann. Die Beschaffung der notwendigen Hardware hingegen habe die IT-Abteilung teilweise vor Probleme gestellt. „Die Nachfrage nach entsprechenden Geräten war natürlich groß, als das Thema Homeoffice aufkam. Während des ersten Lockdowns konnten wir 30 Notebooks anschaffen – für rund 800 Euro pro Stück.“

Technisch gesehen sei somit alles in trockenen Tüchern gewesen. Doch über einen anderen Aspekt hat sich Fred Hellmann während der ersten Monate der Pandemie ebenfalls seine Gedanken gemacht: „Was ist mit ergonomischen Arbeitsplätzen? Mit großen Bildschirmen, höhenverstellbaren Schreibtischen und rückenfreundlichen Stühlen? Wer längerfristig im Homeoffice arbeitet, benötigt auch diese Art der Ausstattung“, betont der IT-Fachmann.

IT-Spezialist Fred Hellmann

Er kann der Corona-Krise sogar positive Aspekte abgewinnen. So habe sich die bereits begonnene Digitalisierung unzähliger Akten und Schriftstücke als großer Vorteil für die Arbeit von zu Hause aus erwiesen. „Vielleicht wird dieser Prozess jetzt sogar beschleunigt.“

Natürlich gebe es auch Bereiche im Rathaus, wie beispielsweise das Bürgerbüro, wo eine gewisse Präsenz gewährleistet sein müsse. Insgesamt seien 40 Homeoffice-Plätze genehmigt worden. „Ich denke, dass diese Arbeitsweise auch nach Ende der Corona-Krise Zukunft hat und dass wir als Gemeinde die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, als Anreiz für potenzielle Bewerber nutzen können“, ist sich Fred Hellmann sicher. Denn Flexibilität sei mehr denn je gefragt.

Derzeit warten Hellmann und seine Kollegen auf dringend benötigte Hardware-Lieferungen. „Bereits im November hatten wir 50 I-Pads für die neuen sachkundigen Bürger bestellt, aber es kommt zu Verzögerungen. Zehn bis zwölf Wochen Lieferzeit sind keine Seltenheit.“ Sollten jetzt noch defekte Computer im Rathaus hinzukommen, könnten diese erst etliche Wochen später ausgetauscht werden.

Fred Hellmann ist froh, dass es bislang keine Klagen seiner Kollegen aus dem Rathaus gegeben hat: „Alle sind mit der Homeoffice-Lösung zufrieden, technische Probleme gab es nicht.“ Somit sei die Gemeindeverwaltung Hiddenhausen bestens für die Zukunft gerüstet – mit oder ohne Corona.

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