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Hiddenhauser unter Kinderpornoverdacht – wegen großer Datenmengen dauert Auswertung an

Ermittlungen gegen Sohn eingestellt

Hiddenhausen (WB). In wenigen Tagen ist es ein Jahr her, dass Staatsanwaltschaft und Polizei Ermittlungen gegen einen Mann aus Hiddenhausen wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornographischen Bildmaterials aufgenommen haben. Eine Anklage liegt aber immer noch nicht vor. „Das liegt schlicht und einfach daran, dass wir nicht genug Kapazitäten haben“, sagt der Bielefelder Oberstaatsanwalt Martin Temmen. In solchen Fällen müsste meistens umfangreiches Datenmaterial ausgewertet werden.

Bernd Bexte

Der Hiddenhauser soll umfangreiches kinderpornographisches Bild- und Videomaterial gehortet haben, hier ein Symbolfoto. Foto:

„Und in diesem Fall ist es genau so.“ Angaben zum Umfang machte er allerdings nicht. Zu Beginn der Ermittlungen gegen den Automechaniker war von mehreren tausend Gigabyte die Rede gewesen. Bei der Sichtung der Fotos und Videos war das Landeskriminalamt zur Unterstützung hinzugezogen worden.

Wie berichtet, hatte es am 16. September vergangenen Jahres, einem Montag, eine Razzia auf dem Campingplatz am Herforder Elisabethsee gegeben. Beamte der Herforder Polizei wurden von Spezialisten aus Bielefeld unterstützt. Im Visier: zwei Wohnwagen, die offenbar dem Hiddenhauser gehörten. Die Fahrzeuge wurden abgeschleppt und sichergestellt. Der damals 56-Jährige – er ist nicht vorbestraft – soll sich dort regelmäßig aufgehalten haben. Zudem wurde die Dachgeschosswohnung des Mannes in Hiddenhausen-Schweicheln durchsucht. Dort wurde der überwiegende Teil des belastenden Materials gefunden. Polizei und Staatsanwaltschaft stellten Computer, Laptops, mehrere hundert Daten-CDs sowie andere Medien sicher.

Anonymer Hinweis

Ein anonymer Hinweis, dass der Hiddenhauser im Besitz kinderpornographischer Dateien sei, war wenige Tage zuvor bei der Polizei in Herford eingegangen. Die Staatsanwaltschaft erwirkte daraufhin einen Durchsuchungsbeschluss. Der Hiddenhauser soll gegenüber der Polizei den Besitz des Datenmaterials gestanden haben, er blieb auf freiem Fuß.

Einen Tag später wurde auch die Wohnung seines Sohnes im Raum Paderborn durchsucht . Es stand der Verdacht im Raum, dass der junge Mann seinen Vater bei der Beschaffung der Fotos und Videos technisch unterstützt habe. Schließlich soll der Sohn dort als IT-Techniker arbeiten. Es wurden Computer und Speichermedien sichergestellt. Der Verdacht gegen ihn konnte jedoch nicht erhärtet werden. „Das Verfahren gegen ihn ist eingestellt worden“, erklärt Temmen.

Anklageerhebung noch offen

Es habe nicht nachgewiesen werden können, dass der Sohn mit der Beschaffung und dem Besitz des kinderpornographischen Datenmaterials etwas zu tun gehabe habe.

Nach Informationen dieser Zeitung war der beschuldigte Vater verheiratet, soll aber bereits seit Jahren alleine in seiner Wohnung leben, nach Angaben von Nachbarn äußerst zurückgezogen. Auf einen Zeitpunkt, wann es zu einer Anklage kommen könnte, wollte sich Oberstaatsanwalt Temmen auf Anfrage nicht festlegen.

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