1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Hiddenhausen
  6. >
  7. Gas-Austritt in der Kita

  8. >

„Sternenhimmel“ in Hiddenhausen evakuiert – kein Leck gefunden

Gas-Austritt in der Kita

Hiddenhausen (WB). Schock-Momente im „Sternenhimmel“: Die Kita an der Milchstraße in Hiddenhausen musste am Mittwochmittag geräumt werden, nachdem Gas ausgetreten war. Feuerwehr-Großalarm!

Moritz Winde

Feuerwehrleute des Löschzugs Eilshausen auf dem Weg in den „Sternenhimmel“: Im Gebäude versuchen sie den Gasgeruch zu lokalisieren. Die Leitungen aber sind alle dicht. Das Rätsel kann nicht gelöst werden. Foto: Moritz Winde

Tatjana Witte ist noch sichtlich mitgenommen, als sie im Gespräch mit dieser Zeitung von den Erlebnissen erzählt: „Es muss gegen 12.45 Uhr gewesen sein, als ich in einem Gruppenraum im Erdgeschoss Gas gerochen habe.“ Ihr erster Gedanke: raus aus dem Gebäude! Nachdem eine Kollegin die Wahrnehmung bestätigt, wird das Haus evakuiert. Die sechs Erwachsenen schnappen sich die 20 Mädchen und Jungen, verlassen die Kita und versammeln sich ein gutes Stück davor.

Die Erzieherinnen Melissa Hildebrand (rechts) und Tatjana Witte haben souverän reagiert. Foto: Moritz Winde

In der Einrichtung werden Kinder im Alter von sechs Monaten bis sechs Jahren betreut. „Einige hielten gerade Mittagsschlaf, sie mussten erst einmal geweckt werden“, sagt Tatjana Witte. Die Kita – Träger ist der Verein „Sternenhimmel“ – befindet sich am Rand des Naturschutzgebietes „Füllenbruch”. Die Gruppenräume sind in einem Wohnhaus mit drei Etagen untergebracht, an das sich noch ein großzügiger Anbau anschließt, der als Mehrzweckraum und Turnhalle genutzt wird.

Als der Löschzug Eilshausen mit voller Stärke anrückt, ist das Gebäude bereits leer. Atemschutz-Trupps inspizieren im Inneren die Lage, drehen den Hauptgashahn zu. „Trotzdem konnten auch wir ganz leichten Gasgeruch feststellen“, sagt Einsatzleiter Bernd Gante, stellvertretender Chef der Feuerwehr Hiddenhausen.

Auch die hoch empfindlichen Geräte hätten angeschlagen und kurzzeitig eine geringe Menge des hochentzündlichen Stoffes gemessen. Nach dem Lüften ist die Luft aber wieder rein. Und auch Experten der Herforder Stadtwerke finden trotz mehrfacher Untersuchung der Leitungen kein Leck und keine Undichtigkeit. Natürlich wurde der Gashahn zuvor wieder geöffnet.

Die Kinder bekommen von dem Einsatz nichts mit. Sie sind inzwischen in der Sporthalle der Grundschule Oetinghausen untergebracht oder bereits abgeholt. „Als alle in Sicherheit waren, haben wir natürlich sofort die Eltern informiert, damit sich niemand unnötig Sorgen macht“, sagt Tatjana Witte.

Während die Erzieherin das Risiko einschätzen kann, sei es für die Kleinen eine Art Abenteuer gewesen. „Wir werden den Kindern erklären, weshalb Gas wärmt, aber auch gefährlich sein kann“, so die Pädagogin. Am Donnerstag soll die Betreuung normal weitergehen. Feuerwehr und Stadtwerke haben das Haus freigegeben.

Bernd Gante leitet den Einsatz an der Milchstraße, die länger gesperrt werden musste. Foto: Moritz Winde
Startseite