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Maßnahme zur Verkehrsberuhigung soll wegen Lärmbelästigung geändert werden

Gummikissen statt »Liegender Polizist«

Hiddenhausen (WB). Protestieren hilft manchmal. So geschehen jetzt in der Mittelpunktstraße. Dort hatten sich Anwohner über den Lärm, der durch die »Liegenden Polizisten« entsteht, beklagt. Jetzt soll in einem Pilotversuch ein Liegender Polizist durch ein Granulat-Kissen ersetzt werden.

Karin Koteras-Pietsch

Bereits kurze Zeit nach ihrer Installierung hatten sich Erika und Jürgen Menzer über den Liegenden Polizisten vor ihrer Haustür beschwert. Das Anfahren und Abbremsen an dieser Stelle verursache enormen Lärm, schilderten sie im Herbst. Foto: Koteras-Pietsch

Die gelb-schwarzen Schwellen waren in 2017 installiert worden, um den Kindern, die in der Mittelpunktstraße Grundschule, Kita und Sportplatz besuchen, mehr Sicherheit zu bieten. Sehr schnell beklagten sich Anwohner wegen des Lärms, den abbremsende und anfahrende Fahrzeuge verursachen würden. Zwei von ihnen waren Jürgen und Erika Menzer, Bewohner des Hauses Mittelpunktstraße 45.

Mal gemütlich auf dem Sofa sitzen bei geöffnetem Fenster fernsehen, sei nicht drin. »Viel zu laut. Das knallt ganz schön, wenn hier zum Beispiel ein Baufahrzeug über die Schwelle fährt«, schilderten sie im Herbst letzten Jahres. Ihr Protest ist bei der Gemeinde angekommen. Dezernent Andreas Homburg stellte in der jüngsten Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses ein Plateau-Kissen aus Gummigranulat vor, das den Liegenden Polizisten vor Nummer 45 ersetzen soll. Das Kissen ist 2,70 Meter breit und 4 Meter lang und passt genau zwischen die bereits vorhandenen Poller. Kosten: 3900 Euro pro Stück. Bei dem Pilotversuch soll getestet werden, ob mit Hilfe des Kissens die Lärmimmission reduziert werden kann.

Überhöhte Geschwindigkeit

Was die einen gefreut haben mag, sorgte für Unmut bei den anderen, nämlich den Anwohnern des Hauses Nummer 16 und Umgebung, die zahlreich zur Sitzung gekommen waren. »Bei uns wäre ein Austausch des Liegenden Polizisten viel nötiger«, machten sie deutlich. Die Verkehrsteilnehmer kämen mit total überhöhter Geschwindigkeit direkt von der Bünder Straße in die Mittelpunktstraße.

Die Anwohner beklagten demnach nicht nur die Lärmbelästigung, sondern auch die überhöhte Geschwindigkeit. Das wiederum rief die Anwohner der Straße am Bahndamm auf den Plan. »Bei uns ist es noch viel lauter«, sagte einer von ihnen. Schließlich sei dort auch noch die Bahn zu ertragen. Die Bürger vom Bahndamm beschwerten sich über die vielen Verkehrsteilnehmer, die ihre Straße als Abkürzung zwischen Bünder und Herforder Straße nutzen würden. Messungen hatten ergeben, dass durch die Straße Am Bahndamm täglich etwa 1500 Fahrzeuge fahren, die durchschnittliche Geschwindigkeit beträgt 46,6 km/h. Der Ausschuss beschloss, in der Straße Am Bahndamm zwei Liegende Polizisten zu installieren. In der Mittelpunktstraße soll das Gummikissen ein halbes Jahr lang getestet werden. Bei einem positiven Ergebnis könne dann über eine solche Maßnahme auch in Höhe Nummer 16 nachgedacht werden.

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